Samstag, Dezember 27, 2008

Muss man gesehen haben (6).

Ein kleines Leckerli zwischen den Jahren, das ich schon länger mal posten wollte. Um wen es geht, lasse ich ganz einfach den entsprechenden Wikipedia-Eintrag sagen:

"Matthew (Matt) Le Tissier (* 14. Oktober 1968 in Guernsey/Channel Islands, England) ist ein englischer Fußballer im Ruhestand. Er war ein außerordentlich begabter Stürmer, der für seine außergewöhnlich schönen Tore, aber auch für seine Faulheit auf dem Spielfeld bekannt war. Le Tissier spielte während seiner ganzen Karriere von 1986 bis 2002 beim FC Southampton. Diese Vereinstreue und seine überragende Balltechnik machten ihn dort zum Liebling der Fans."

Einige der schönsten seiner wahrlich spektakulären Tore sind in diesem Video zu sehen:

Sonntag, Dezember 21, 2008

Frohes Fest und guten Rutsch.

Die Sofa-Experten machen ein paar Tage Weihnachts- und Neujahrsurlaub und wünschen allen Lesern entspannte Feiertage sowie ein frohes neues Jahr!

Mögen die Geschenke reichlich sein und euer Lieblingsclub das erreichen, was ihr euch für 2009 wünscht.

Wir sagen tschüss 2008 und bis nächst' Jahr!


(Zum Bild: Ich sehe mit Weihnachtsmann-Mütze einfach nicht so toll aus, deshalb habe ich Mesut Özil für unser diesjähriges Grußfoto verpflichtet. Ich hoffe, es gefällt.)

Donnerstag, Dezember 18, 2008

Hardcore.

Nach der Meldung des Tages nun auch noch ein Interview des Tages:

Raubein Torsten Legat, der hauptsächlich in den 90ern Angst und Schrecken in der Bundesliga verbreitete, hat mit Dirk Gieselmann von 11Freunde gesprochen und einige wirklich bemerkenswerte Antworten rausgehauen. Kleiner Appetitmacher: "Ich kann keine Namen nennen. Aber die Leute, mit denen ich unterwegs war, die waren Hardcore pur."

Es werden allerdings nachdenkliche Töne angeschlagen, die Torsten Legat zumindest für mich in ein neues Licht rücken. Klarer Tipp, unbedingt das ganze Ding lesen!

Paule back in Bundesliga?

Bisher meine Meldung des Tages: Angeblich soll Borussia Mönchengladbach an einer Verpflichtung von Paul Stalteri interessiert sein, einem der Bremer Helden aus dem Double-Jahr 2004.

Auch, wenn er dann nicht mehr im Werder-Trikot den Platz umpflügen würde, ich wäre sehr froh über eine Bundesliga-Rückkehr des Kampf-Kanadiers. Derzeit ist er ja nicht besonders glücklich beim Tottenham Hotspur FC. Also, come back, Paule!

Mittwoch, Dezember 17, 2008

Kilometerfresser.

Ich kann mich nicht mehr an den genauen Anlass erinnern, aber am Samstag während der Sportschau wollte ich plötzlich wissen, wessen Fans in der ersten Liga eigentlich die meisten Kilometer fahren müssen, um bei allen Auswärtsspiele ihres Lieblingsteams dabeisein zu können (falls sie aus derselben Stadt wie der Klub kommen).

Vielleicht interessiert es ja sonst noch jemanden, deswegen kommt hier kommt die Rangliste mit den Infos Gesamtkilometer und Durchschnittswert. "Gemessen" habe ich die jeweiligen Entfernungen zwischen allen 18 Städten übrigens mit Google Maps.

1. München, 9443 km, 555 km
2. Cottbus, 8668 km, 542 km
3. Berlin, 8035 km, 473 km
4. Stuttgart, 7148 km, 420 km
5. Hamburg,6942 km, 408 km
6. Karlsruhe, 6606 km, 389 km
7. Hoffenheim, 6353 km, 374 km
8. Bremen, 5641 km, 353 km
9. Wolfsburg, 5817 km, 342 km
10. Frankfurt, 5344 km, 314 km
11. M'gladbach, 5302 km, 312 km
12. Hannover, 5164 km, 304 km
13. Köln, 4930 km, 290 km
14. Bielefeld, 4895 km, 288 km
15. Leverkusen, 4831 km, 284 km
16. Schalke, 4756 km, 280 km
17. Bochum, 4701 km, 277 km
18. Dortmund, 4562 km, 268 km

Die "Abstiegsplätze" belegen wenig überraschend die Ruhrgebiets-Vereine. Auf Platz eins steht München, von dem sich alle anderen ganz weit fernhalten (wer kann es ihnen verdenken?), Cottbus ist ähnlich weit ab vom Schuss.

Die kürzeste Distanz zwischen zwei Orten ist übrigens die zwischen Bochum und Schalke, die beiden trennen lediglich 16 Kilometer. Am weitesten müssen Hamburger und Münchener fahren, wenn sie die jeweils gegnerische Partei besuchen: Satte 775.000 Meter liegen zwischen Hansestadt und Bayern-Kapitale. Ham wa wieder was gelernt, das eigentlich keiner so genau wissen muss ...

Dienstag, Dezember 16, 2008

Mannschaftsbaukasten.

Hui, das war einmal mehr eine viel zu lange Pause. Jetzt habe ich aber wieder einen richtig schönen Grund zum Bloggen. Ich könnte nämlich euer aller Hilfe gut gebrauchen.

Worum es ganz genau geht, will ich erst einmal nicht verraten, nur soviel: Gleich kommt eine Liste mit 17 Feldspielern verschiedener Jahrzehnte, aus denen eine halbwegs vernünftige Aufstellung (ob 4-4-2, 4-3-3, 3-4-3 oder sonstwas ist egal) enstehen soll. Zehn Mann müssen verbraten werden, der Rest kommt auf die Ersatzbank. Es gibt leider ein Überangebot an Offensivkräften, dafür ist Kreativität bei der Besetzung der Verteidigung gefragt.

Vorschläge für Formationen bitte in die Kommentare, vielen Dank!

Hier die Liste in alphabetischer Reihenfolge:

Michael Ballack
Paul Breitner
Thomas Doll
Stefan Effenberg
Falko Götz
Uli Hoeneß
Carsten Jancker
Ulf Kirsten
Florian Kringe
Marcel Maltritz
Günter Netzer
Dieter Schatzschneider
Andrij Schewtschenko
Jan Schlaudraff
Uli Stielike
Davor Suker
Andreas Thom

Mittwoch, Dezember 03, 2008

Muss man gesehen haben (6).

Ich dachte ja bisher, Dwight Howards Sprungleistung beim Slamdunk Contest am NBA Allstar Weekend im Frühjahr dieses Jahres wäre so schnell nicht zu toppen ...



... aber nun habe ich Leonel Marshall gesehen. Der gute Mann ist 1,96 Meter groß, kubanischer Volleyball-Nationalspieler und kann offenbar fliegen:



Dank an Alena für den Volleyball-Link!

Montag, Dezember 01, 2008

Wer stopft Lattek endlich das Maul?

Entschuldigt bitte die deftige Überschrift, aber sowas geht doch wirklich ganz und gar nicht:



Wer's (wie ich erst) nicht versteht, warum dieses Gelaber so voll und ganz unerträglich ist, mache sich zum Beispiel hier und/oder hier schlau.

Keine Randale und Bambule in Bremen.

Ich habe mich heute ausführlich mit den Ereignissen rund um das Spiel Werder gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag beschäftigt.

Wie sich wahrscheinlich schon herumgesprochen hat, wurden über 200 Frankfurter schon lange vor Anpfiff von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Einige Hintergründe und die Meinungen von Vertretern der Bremer und Frankfurter Fanprojekte gibt es hier im Citytalk von bremen4u.

Dazu noch einige andere Artikel:

Frankfurter Neue Presse (1)
Frankfurter Neue Presse (2)
Kreiszeitung Syke

Mittwoch, November 26, 2008

Muss man gesehen haben (5).

Ich weiß, derzeit gibt es hier fast nur Mmgh-Einträge. Für andere Geschichten fehlen mir aber leider Zeit und Muse, da kommt aber auch bald wieder was!

Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit dieser extrem kuriosen Modenschau aus den Siebzieger Jahren, die in einer Sportsendung des WDR im Beisein von unter anderem Günter Netzer stattfand. Models beider Geschlechter legen einen haarsträubenden Ausdruckstanz aufs Parkett und tragen dabei Fußballtrikots, die ein Farbdesigner entworfen hat und für viel schöner und aufregender hält als die zu jener Zeit in der Bundesliga verwendeten Hemden:



[via bremen4u]

Montag, November 24, 2008

Muss man gesehen haben (4).

Psychologische Kriegsführung vor einem Länderspiel - am Wochenende in Perfektion dargeboten von den Rugby-Nationalmannschafte aus Wales und Neuseeland bei ihrem Aufeinandertreffen in Cardiff: Die All-Blacks zelebrieren ihren berühmten und Furcht einflößenden Haka, die Waliser "beantworten" die Einschüchterungsaktion mit eiserner Disziplin und großer Standfestigkeit. Insbesondere die letzten Augenblicke sind geil, weil zwar so gut wie nichts passiert, man die Luft aber vor Spannung fast knistern hört:



[via allesaussersport]

Mittwoch, November 19, 2008

Frank Baumann Fußballgott.

Ich weiß, der Titel "Fußballgott" wurde in Bremen vor einer Weile Herrn Vranjes zugeteilt. Das halte ich ehrlich gesagt aber für ziemlich übertrieben. Keineswegs, weil Vranjes nicht durchaus ein Anwärter für diese Ehrung wäre, ein anderer hat sie allerdings viel mehr verdient: unser Kapitän Frank Baumann. Schon seit Jahren predige ich, wie gut und wichtig er ist (Tim zum Beispiel weiß, wovon ich rede) und versuche, Ungläubige von meiner selbstverständlich uneingeschränkt richtigen Meinung zu überzeugen, dass Werder ohne Baumann verloren wäre. Okay, jetzt übertreibe ich selbst ein bisschen.

Nun schaufelt der bei mir eigentlich nur so mäßig wohl gelittene Arnd Zeigler Wasser auf meine Mühlen. Seine aktuelle Kolumne im bremen4u-Paper (hier auch online zu finden) ist nämlich eine "Ode an den unterschätzen Spieler" - erst allgemein, dann explizit an den derzeit dienstältesten Werderspieler. Danke, Herr Zeigler. Nicht für alles, aber für diesen Text.

Dienstag, November 18, 2008

Buchtipp: "Grün-weißes Wunderland".

Die Bremer Journalisten Olaf Dorow und Sven Bremer haben ein Buch über Werder Bremen geschrieben und ich habe es gelesen.

Meine selbstverständlich ehrliche und sehr positive Meinung zu "Grün-weißes Wunderland" findet sich nun im Blog von bremen4u - inklusive Verlosung.

Ich war zu faul, für die Sofa-Experten noch einen Text zu schreiben, daher nur der Link. Bitte seht es mir nach!

Montag, November 17, 2008

Muss man gesehen haben (3).

Boah, hat der Hugo gestern gegen Kölle einen ausgepackt ... Ein Video davon war leider nicht aufzutreiben. Hätte ich gerne hier gepostet, dieses Schmuckstück von einem Tor [Nachtrag um 18:18 Uhr: Nun gibt es einen Link, Video ist sogar in richtig guter Qualität!].

Dass Almeida Bälle per Express aus großer Entfernung in den gegnerischen Kasten schicken kann, weiß der geneigte Werder-Fan ja schon länger. Leider zeigt er es viel zu selten.

Einen extrem geilen Beweis für meine im vorletzten Satz aufgestellte Behauptung liefert dieses Video, in dem Hugoal als ganz junger Bursche beim FC Porto den Ball aus circa 30 Metern mit dermaßen großer Wucht ins Tor von Inter Mailand zimmert, dass es einem sogar in der Wiederholung wie Realgeschwindigkeit vorkommt, so schnell fliegt die Pille:

Mittwoch, November 12, 2008

Hamburg callin’.

Ich hatte den Herrn Dr. Selzsam, seines Zeichens glühender Anhänger des einzig wahren Hamburger Fußballclubs, gebeten, doch bitte mal die zehn besten Argumente für regelmäßige Stadionbesuche bei seinem Lieblingsverein vom Kiez aufzulisten. Herausgekommen ist die folgende Liebeserklärung an Braun-Weiß, die ich äußerst überzeugend finde. Danke übrigens auch für die Blumen im Prolog, lieber Doktor!

Der Sofa-Experte Jensen siedelt demnächst von Bremen nach Hamburg über. Links der Weser ist das natürlich ein schmerzlicher Verlust, doch die Elbestadt kann sich freuen. Fußballtechnisch dürfte für die Hamburger dann auch etwas zu verdienen sein, denn ganz ohne Stadionbesuche in der künftigen Wahl-Heimatstadt wird der Gute wohl kaum auskommen. Wo er nicht hingeht, ist nicht zuletzt aufgrund des Gestanks der nahen Müllverbrennungsanlage bereits klar. Doch damit Jensen am Ende nicht bei Altona oder Eintracht Norderstedt landet, werde ich hier mal die zehn wichtigsten Gründe für regelmäßige Besuche am Millerntor bereitstellen. Aus tiefer Überzeugung und großer Wehmut übrigens, doch das ist eine andere Geschichte. Also los:

Nummer 10: Die Ruhe
Am vergangenen Spieltag haben die Hamburger Fans, wie auch ihre Kollegen aus Freiburg, gezeigt, dass sie durchaus schweigen können. Das ganze war zwar nur eine Aktion gegen fanfeindliche Anstoßzeiten, aber dennoch: Auf einen regelmäßigen Weserstadion-Besucher muss diese Ruhe heimisch wirken. Das Potential zur Schweigsamkeit dürfte daher bei der Eingewöhnung am Millerntor sehr hilfreich sein und liefert den ersten Pluspunkt.

Nummer 9: Das Sofa
Jensen ist Sofa-Experte. Am Millerntor werden in den kommenden Jahren nach Plan des „Fan-Präsidenten“ Cornelius Littmann ganz unzotig „Separées“ getaufte Logen eingerichtet, in denen man auch halb wohnen können soll. Für ein Sofa ist da natürlich auch Platz. Der Vorteil liegt auf der Hand.

Nummer 8: Die Wärme
Nach dem Aufstieg hat sich der FC Sankt Pauli eine Rasenheizung gegönnt. Das bedeutet: Nie wieder Eis und Schnee. Soweit ich mich erinnere, war das ja besonders für Bremer ein ganz wichtiger Punkt bei der Entwicklung des Fußballsports auf Sankt Pauli.

Nummer 7: Der Antifaschismus
Was Werders Fanszene am vergangenen Spieltag völlig zurecht viel Lob eingebracht hat, wird bei Sankt Pauli bekanntermaßen schon länger praktiziert: Nazis müssen draußen bleiben. Und zum Eigenschutz auch besser auf etwas Abstand vom Stadtteil… Der Vorteil für Jensen am Millerntor: Wenn es doch mal einen Zwischenfall gibt, regelt sich das in der Regel ohne dass der Fanbetreuer die Polizei ruft, die dann die eigenen Leute mit Pfefferspray eindeckt. Der Vorteil ist im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlich.

Nummer 6: Erfolgsfanfreiheit
Auch wenn es in letzter Zeit steil bergauf ging mit dem magischen FC, Platz sieben in Liga zwei und das sträfliche Fehlen von Lechner, Sako und Co. in Doppelpass-Runden, in Panini-Sammel-Alben und auf Bravo-Sport-Postern hält die Erfolgsfangemeinde auf Abstand. Auch nach vier Auswärtsniederlagen in Folge fordern daher immer noch die wenigsten die sofortige Köpfung des gesamten Trainer-Teams. Hat was Entspannendes.

Nummer 5: Die Abwechslung
Auch wenn der Spielbetrieb in Liga zwei den Champions League verwöhnten Fan nicht immer direkt zu 90-minütigen Jubelstürmen hinreißt, ist ein Besuch am Millerntor immer mit großer Spannung verbunden. Welche Tribünenteile sind wohl in den letzten zwei Wochen dazu gekommen? Wo fährt der „Fan-Präsident“ diesmal medienwirksam mit dem Abriss-Bagger vor, obwohl die Verträge für die neue Tribüne noch längst nicht stehen, wo reckt sich das nächste Stahlrohr-Monster von Kurve in den Hamburger Himmel? Wer da nicht aufgeregt ist…

Nummer 4: Das Bier
Hat Herz. Schmeckt. Und gibt es noch ohne eigene Stadionwährung. Auch wenn das knapp war.

Nummer 3: Die Ölsardine
Heute kann es regnen, stürmen oder schneien, denn du bist ja selbst schon – warm wie Sonnenschein. Wie das kommt? Nachdem der FC Sankt Pauli 2005/2006 eine recht erfolgreiche Saison im DFB-Pokal spielte, fiel einigen Fernsehzuschauern mit DFB-Funktion auf, dass in der elektrisierten Masse gar keine Schneisen zu erkennen waren. Seitdem wurde der Verein gezwungen, die Aufgänge freizuhalten. Seitdem haben sich im Stadion zwei Dinge geändert: Es gibt mehr Ordner und weniger Platz zum Stehen. Gerade bei den besser besuchten Spielen, also im Prinzip bei allen, die keine Freundschafts- oder U-18-Länderspiele sind, erzeugt die Nähe zum bisher meist unbekannten Nachbarn daher nicht nur soziale Wärme. Mit etwas Glück lässt sich so auch noch die ein oder andere legale bis semilegale Droge konsumieren – als Dusche oder als Schwade.

Nummer 2: Der Totenkopf
Auch wenn Spätaussiedler aus ehemaligen Sowjetrepubliken aufgrund des von der Hausbesetzerszene ins Stadion geschleppten Symbols der Freibeuter der Liga teilweise noch heute eine Verbindung zur SS vermuten, haben sich die Kleidungsstücke in Alltag und alternativen Stadtteil- und Musiksümpfen bestens bewährt. Damit auf zu linken Pfaden zu wandeln, braucht aber niemand befürchten. Das Logo wurde wie alle Merchandising-Artikel zu 90 Prozent an eine Vermarktungsagentur verkauft, die das Symbol der Rebellion nach den Regeln des Marktes politisch korrekt kapitalisiert. Che Guevara lacht auch gern von Fanutensilien, selbst kubanische Nationalflaggen haben es inzwischen in die Höhle der Anti-Nationalen geschafft. Das nennt man dann Kult.

Nummer 1: Die Fans
Trotz allem Kult und aller Ironie zum Schluss doch noch die Liebeserklärung. Denn es gibt auch wirklich noch viele Gute im und am Millerntor. Bekloppte Abendblatt-Bye-Bye-Bayern-Winkehände mit eigenen Bye-Bye-Littmann-Winkern zu kontern, ein Fanbetreuer, der zusammen mit dem Stadion-Sicherheitschef mangels versagter Polizei-Unterstützung zu zweit in den Chemnitzer Fanblock geht, um eine Nazi-Fahne abzumontieren, ein Sport- und Softporno-Sender, der sich über seinen Sprecher aus verletztem Stolz über Fanproteste gegen von ihm initiierte Spieltagszerstückelungen in der lokalen Boulevard-Presse ausheult, ein organisierter Fanmarsch mit 8000 Menschen gegen eine Polizei-Aktion gegen den Fanladen und jedes Heimspiel eine riesige Choreo – all das hat schon was. Und wenn auswärts ein paar faschistoide Rostocker hupen, hagelt’s auch mal Gürtel. Das ist mein Sankt Pauli. Wer Fußball mag, wer Fankultur ohne Atzengeballer mag und wer Emotionen mag, der ist hier richtig. Also lass es dir nicht entgehen, Jensen!

Dienstag, November 11, 2008

Ist noch braune Suppe da.

Zwei schöne Links zum Thema Nazis in Bremen/in der Bremer Fanszene, die auf das interessante Blog "Verbrochenes.net" führen und hier aus Zeitgründen ausnahmsweise unkommentiert stehen:

Und jetzt alle!


Im Visier der Antikapitalisten

Sonntag, November 09, 2008

Werder-Fans "mobben" Nazis aus dem Blog.

Tolle Aktion der Werder-Fans gestern in Bochum: Sie sorgten dafür, dass beim Auswärtsspiel im Rewirpower-Stadion sechs rechte Bremer Schwachköpfe von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden. Mitglieder der Nazi-Organisation "Nordsturm Hansestadt Bremen" (kurz NSHB) wollten ein Banner mit ihrem Logo entrollen und so ein bisschen Werbung für ihr eklig-braunes Gedankengut machen. Die Reaktion der Werder-Anhänger auf die Aktion ihrer "Kameraden": "Nazis raus"-Sprechchöre und kleinere Handgemenge, die letztlich ein Eingreifen der Polizei provozierten und zur Festnahme der sechs Vollpfosten führten.

Das ganze ist ein wunderbares Beispiel von kollektiver Zivilcourage in Fußballstadien, wo rechtsradikale und fremdenfeindliche Fans sonst viel zu oft mit ihren Parolen und Bannern unbehelligt bleiben. Dementsprechend bekamen die Bremer Fans auch viel Applaus, unter anderem von der Samstags-Sportschau und Spiegel Online. Wer mit eigenen Augen sehen möchte, wie die Anti-Nazi-Proteste der Werder-Fans aussahen, bekommt durch dieses Youtube-Video mitten aus dem Block einen kleinen Eindruck:

Mittwoch, November 05, 2008

Mein Kommentar zur gestrigen Werder-Leistung.

*seufz*












Mehr fällt mir dazu nicht ein. Wem das nicht reicht, hier gibt's deutliche Worte en Masse:

bremen4u
Spiegel Online
Süddeutsche Zeitung
Sportschau
WDR5 (Audio)
User-Blog auf spox.com

Dienstag, November 04, 2008

Muss man gesehen haben (2).

Am Samstag stand ich mit ein paar Leuten in der Ostkurve des Weserstadions und wurde Zeuge, wie Diego in der ersten Halbzeit das meiner Meinung nach bisher schönste Tor der gesamten Bundesligasaison erzielte (leider kein Video im Netz zu finden).

Danach sagte ich zu Herrn Bosch, dass ich so ein schickes Tor nicht mehr live im Stadion gesehen hätte seit der Zweitrundenpartie im DFB-Pokal zwischen Werder und Wolfsburg am 28. Oktober 2003. Okay, das Datum musste ich nachschauen, aber an den Treffer erinnere ich mich noch genau: Erste Hälfte der Verlängerung, es steht 1:1. Johan Micoud kommt an den Ball, hebt ihn über einen Gegenspieler ... Den Rest spare ich mir, sieht man ja in diesem Video:

Montag, November 03, 2008

Die Qual der Wahl

Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, den Ball spielen, und einem Schiedsrichter, der eine Reihe dummer Fehler macht, und am Ende gewinnt in der Berichterstattung immer das Geld. So, oder so ähnlich muss man wohl frei nach Lineker beschreiben, was in letzter Zeit rund um den neuen ehrenhaften Tabellenführer der Bundesliga geschah. Das Fachmagazin Kicker, der Softporno- und Sport-Kanal DSF sowie die Kultur-Kapitalisierungsgesellschaft DFL sind sich allerdings immer noch nicht zu schade, der Hoppomanie auch noch die lächerlichste Krone aufzusetzen.
"Wählen SIE den Fußballer des Monats!" titelt die gemeinsame Website www.fussballer-des-monats.de. SIE dürfen dabei dann tatsächlich wählen - zwischen den drei Stamm-Stürmern der TSG Hoffenheim. Da geht natürlich ein Schrei der Bewunderung und Anerkennung durch die Fanreihen in Bremen, München oder Leverkusen (dort vermutlich leiser). Ein Jubelsturm, der ungefähr so groß sein dürfte, wie der der Bevölkerung, wenn bei der nächsten Bundestagswahl nur noch CSU-Liste 1, CSU-Liste 2 und CSU-Liste 3 auf dem Stimmzettel stehen. Ich freue mich schon auf die Wahl zum Trainer des Jahres. Ich persönlich halte Rainer Scharinger ja für einen sehr fähigen Mann.

Samstag, November 01, 2008

Muss man gesehen haben (1).

Nachdem es hier gestern um eine hässliche Seite des Fußballs ging, beschäftigen wir uns heute und in Zukunft regelmäßig mit einer besonders schönen. "Muss man gesehen haben", die neue Sofa-Experten-Rubrik, sollte erst "Aktion der Woche" heißen, das war mir dann aber doch zu langweilig. Allerdings weist der ursprünglich vorgesehene Titel sehr gut darauf hin, worum es gehen soll: Um Hingucker aus der Welt des Sports, nicht nur Fußball, seien es schöne Tore, bekloppte Jubelarien oder sonstwas.

Die Debüt-Ausgabe hat gleich zwei Leckerlis aus den vergangenen Tagen zu bieten, einen Wahnsinnstreffer aus Frankreich und eine sensationelle Torvorbereitung aus England, mit der es ohne weiteres Geschnacke auch endlich losgeht:



Eine Vorlage von Dimitar Berbatov für seinen Kollegen Cristiano Ronaldo zum 2:0 von Manchester United gegen West Ham. Der Kommentator nimmt die Worte "genius" und "brilliant" und "impossible" in den Mund und mehr muss dazu auch nicht gesagt werden, finde ich. Noch ein paar Mal angucken, staunen und dann setzen wir noch einen obendrauf:



Rémy Maréval schießt seinen Verein FC Nantes mit 1:0 gegen Olympique Marseille in Führung. Keine Ahnung, was der Kommentator da von sich gibt, aber er klingt noch ein bisschen euphorischer als sein Kollege von der Insel. Ich wage zu behaupten, so perfekt trifft ein Fußballer sein Hauptarbeitsgerät - wenn überhaupt - nur ganz selten im Leben.

Mit diesem Kracher verabschiedet sich "Muss man gesehen haben" für diese Woche. Schaut mal wieder rein, gibt sicher auch in den Ausgaben einiges zu staunen. Acj ja, Vorschläge für zukünftige Folgen bitte in den Kommentaren hinterlassen. Danke!

Freitag, Oktober 31, 2008

Voll gemein.

Lange ist hier nichts oder zumindest nicht viel passiert. Das soll sich ändern - ich habe mir vorgenommen, wenigstens halbwegs zur Veröffentlichungsfrequenz vor der "großen Pause" zurückzukehren.

Den Anfang macht heute ein Eintrag mit einem Link ausgerechnet zu einer Bildergalerie auf bild.de, über den ich einerseits, das muss ich zugeben, gelacht habe, der andererseits aber auch fast schon ein bisschen zu gemein ist.

Was haltet ihr, geschätzte Leser (falls es euch überhaupt noch gibt), davon? Darf man durchaus respektable Kicker wie Valderrama oder Rooney als Mitglieder der "Hässlichsten Mannschaft der Welt" verspotten? Ich wäre mal für eine Aufstellung der hässlichsten Chefredakteure der Welt. Da wäre Kai Diekmann mit Sicherheit in der Startelf.

Samstag, September 27, 2008

Kein Fest

Es war ja lange verdächtig ruhig hier, da versuche ich doch mal mit einem subjektiven Exklusiv-Spielbericht vom ersten Spiel meiner neuen Truppe - bei dem ich leider noch zum Zuschauen verdammt war - wieder etwas leben in den Blog zu bringen... Wenn die Grundstimmung des Texts ob des Spielausgangs auch keine positive sein kann.


Port Elizabeth, Südafrika. Walmer Community Field, heute Nachmittag kurz vor 17 Uhr: Mit gesenkten Köpfen sitzen die Spieler der Young Chiefs - mich eingeschlossen - neben dem Spielfeld, auf dem die Mannschaft gerade das Spiel der Saison, das Walmer-Derby gegen den Lokalrivalen mit dem bescheidenen Namen Real Madrid, mit 1:0 verloren hat.

Nachdem Baily, der Coach, noch versucht hatte, seine Spieler zu trösten, trat Co-Trainer Waile auf den Plan. Er suchte sichtlich nach Worten und sagte dann das, was eigentlich alle dachten: "I'm really disappointed, guys ... to be honest ... I'm just disappointed."

Und der Mann sagte das nicht nur so, er war tatsächlich einfach völlig enttäuscht und niedergeschlagen. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag hatte er der Mannschaft noch ein rauschendes Fest für den Fall des Derby-Siegs versprochen.

Und so spielte die Elf auf dem Platz dann auch auf. Ein ums andere Mal düpierten die schnellen Flügelstürmer der Chiefs die Real-Abwehr, doch ein ums andere Mal landete der Ball dann eben nicht im Netz. Und so sahen die circa 100 Zuschauer - die meisten davon saßen übrigens kurioser Weise auch während des Spiels in ihren Autos, mit denen sie einfach durchs Tor der Sportanlage über die Rasenfläche bis an den Spielfeldrand gefahren waren - ein Spiel auf ein Tor, in dem sich die Bestrafung schon unterschwellig andeutete.

Und so kam es Mitte der zweiten Halbzeit dann auch. Eine der seltenen Real-Flanken köpfte einer unserer Verteidiger mit dem Hinterkopf unhaltbar ins eigene lange Eck und plötzlich stand es 0:1. Die Antwort unserer Mannschaft waren wütende, aber immer kopfloser vorgetragene Angriffe, die aber auch gegen eine Real-Mannschaft, die nach einer Ampelkarte und einer Verletzung in den Schlussminuten nur noch zu neunt auf dem Feld stand, nicht zum Erfolg führten.

Mit dem Schlusspfiff durfte der unmotorisierte Teil der Real-Fans also freudes- und auch sichtlich brandytrunken den Platz stürmen, während uns auf dem Heimweg durchs Township ungefähr zwanzig Leute am Straßenrand nach dem Spielausgang fragten - und nach der Antwort meist einfach nur wortlos abwinkten. Da war dann auch nichts mehr mit "Kopf hoch", da war wirlich nur noch Enttäuschung.


Fazit: Ich glaube, ich habe in den letzten Tagen eine Idee davon bekommen, was der heutzutage leider so oft misbrauchte Begriff Derby in einem Stadtteil wirklich bedeuten kann. Was noch fehlt ist die positive Seite dieses Derby-Feelings, das Rückspiel auf eigenem Platz sollten wir also bitte gewinnen...

Montag, August 18, 2008

Großartiges Gespräch, das so nie stattfand

11Freunde veröffentlichte ein interessantes Gespräch zwischen Bernd Schuster und Rafael van der Vaart, das es so niemals gegeben hat - aber dennoch gut vorstellbar ist.

Rafael van der Vaart hat sich Real Madrid angeschlossen. Dort trifft er auf Trainer-Kauz Bernd Schuster, der das Transfergeschehen nur in der Zeitung verfolgt haben will. So könnte die erste Begegnung verlaufen sein. 
Ein Auszug:

Van der Vaart (enthusiastisch):
Herr Schuster! Welch eine Ehre, Sie kennen lernen zu dürfen! Sie sind mein ab-so-lu-ter Traumtrainer, Real Madrid ist mein ab-so-lu-ter Traumverein, das Bernabeu ist mein ab-so-lu-tes Traumstadion, Spanien ist mein ab-so-lu-tes Traumland, ich glaube, ich träume ab-so-lut!

Schuster (morgenmuffelig):
Ach, Du musst dieser Typ von Werder Bremen sein, über den ich in der Zeitung gelesen habe.

Hier gehts in voller Länge weiter...

Montag, August 11, 2008

Von Date-Doktoren und Gladiatoren.

Anfang August ist das Special des Werder-Magazins zum Saisonbeginn schon erschienen, ich bin aber erst jetzt dazu gekommen, ausführlich reinzugucken. Wie in den letzten Jahren hat jeder Profi den selben Fragebogen ausgefüllt, was meistens ziemlich langweilig, an manchen Stellen aber doch sehr amüsant ausgefallen ist. Hier nun ein Best of der Antworten mit dummen Kommentaren von mir:

F: "Bei welchem Sporereignis der Geschichte wärst du gerne dabei gewesen?"
A: "Gladiatorenkämpfe" (Wiese)
Werders Keeper offenbart, woher die Inspiration für seinen Tritt gegen Ivica Olic stammt.

F: "Was ist deine Lieblingsband oder dein Lieblinsmusiker?"
A: "Band of Horses" (Daniel Jensen), "The Mars Volta" (Niklas Andersen)
Die beiden Sens beweisen, dass Fußballer auch einen guten Musikgeschmack haben können.
A: "Udo Jürgens" (Jurica Vranjes), "Pur" (Sebastian Mielitz)
Womit dann auch gleich das Gegenteil bewiesen wäre ...

F: "In welchem Kinofilm hättest du gerne eine Hauptrolle übernommen?"
A: "Hitch - der Date-Doktor" (Clemens Fritz & Martin Harnik)
Fritze, der alte Checker. Würde man ihm glatt zutrauen, die Rolle. Harnik eher nicht so. Besser: Der "Nasenmann" in 00 Schneider.

Sonntag, August 03, 2008

Güle güle, Alparslan.

Es mag ein bisschen zu dick aufgetragen klingen, aber verliert Werder im Moment zumindest einen Teil seiner Zukunft?

Nach Amaury Bischoff, der Werders U23-Nachwuchs kürzlich Richtung London verließ, um bei Arsenal anzuheuern, macht sich nun das zweite Riesentalent aus Werders Schmiede vom Acker.

Wie Werder selbst verlauten lässt, hat sich Michael Skibbes Club Galatasaray Istanbul die Dienste des 19-jährigen Linksverteidigers gesichert. Für Werder soll das Geschäft finanziell so lukrativ gewesen sein, dass ein Nein anscheinend nicht ernsthaft in Frage kam.

Ich persönlich finde es sehr schade, da ich Erdem für einen sehr guten Außenverteidiger halte und mir immer gewünscht hab, dass er auch in der ersten Mannschaft mal eine ernsthafte Chance bekommt. Nun hat Werder zum wiederholten Mal einen Spieler richtig gut ausgebildet und ein anderer Verein fährt die Ernte ein.

Hoffentlich geht der Aderlass bei Werder II jetzt nicht noch weiter, sonst sieht's bald düster aus für Trainer Thomas Wolter und auch für die Möglichkeit, nach Borowski, Schulz, Harnik et cetera erneut einen richtig guten Nachwuchsmann in die Elitetruppe zu integrieren.

Freitag, August 01, 2008

Worte der Weißheit.

Dass Mario Basler ein ziemlicher Vollpfosten ist, weiß man als gemeiner Fußballfan schon länger. Leider ist er nicht mehr allzu oft in den Medien vertreten, um dummes Zeug zu erzählen, dass herrlich zum Amüsement taugt.

Aber zum Glück gibt's ja die BILD und ihre tolle Kolumne "Super Mario gibt Gas". Aus der aktuellen Ausgabe, in der Kettenraucher Mario sich über die Beliebtheit Jürgen Klopps auslässt, stammt dieses Bonmot:

"Der Kloppo ist für mich der weiße Barack Obama!"

Nach kurzer Überlegung korrigiere ich meine Aussage und nenne es lieber ein Mauvaismot.

Donnerstag, Juli 31, 2008

Modestrecke.

Hier passiert leider nach wie vor nicht allzu viel, sorry. Das Sommerloch hat mich schon mindestens zur Hälfte verschluckt, dann kam auch noch Urlaub. Bald gibt's wieder regelmäßig hochklassigen Fußball und dann wird auch die Formkurve der Sofa-Experten wieder ansteigen.

Derweilen habe ich hier einen Link zu einem Thema, das ich eigentlich selbst verwursten wollte. Nun sind mir aber die Kollegen von sportal.de zuvor gekommen und haben schon alle 18 Heimtrikots der Bundesliga unter die Lupe genommen. Deshalb belasse ich fauler Sack es bei einer Umleitung auf die Sportal-Bildergalerie, die durch teils bissige Kommentare zu den schlimmsten Modesünden ergänzt wird.

Freitag, Juli 18, 2008

VW macht Platz für guten Zweck.

Der VfL Wolfsburg, bei vielen Fans als der schlimmste aller Werksvereine verschrien, tut was fürs Image:

In der kompletten Hinrunde der kommenden Bundesligasaison werden die Wölfe nicht mit dem Logo ihres Sponsors VW auf der Brust auflaufen, sondern für die Aktion "Ein Herz für Kinder" werben. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum der von BILD ins Leben gerufenen Hilfsorganisation.

Gute Sache und sehr großzügig von Volkswagen, so lange auf eine attraktive Werbefläche zu verzichten.

[via]

Mittwoch, Juli 16, 2008

Wat denn nu?

Braucht Werder noch einen richtig guten Angreifer oder vielleicht doch nicht? Diese Frage scheint momentan die bedeutendste zu sein in der Saisonvorbereitung der Grün-Weißen.

Schaaf und Allofs äußern sich nur äußerst widerwillig und undurchschaubar zu Transferaktivitäten, dafür sind aus dem Kreis der Spieler umso deutlichere Stimmen zum Thema "Top-Stürmer für Werder?" zu vernehmen.

Vor knapp einer Woche teilte Stürmer Markus Rosenberg Reportern der Bild mit, er sei der Meinung, dass Werders Sturm auch ohne Neuzugang durchschlagskräftig genug sein werde. Almeida, Sanogo, Harnik und er selbst - das reiche für Bundesliga und Champions League.

Nun hat Mannschaftskamerad Torsten Frings den Kollegen der Sport-Bild etwas ganz anderes gesagt. Heute erschien ein Interview mit Werders Vize-Kapitän, in dem er die Verpflichtung eines zusätzlichen Angreifers geradezu fordert:

"Wenn man die Bilanz unserer Stürmer sieht, dann kann man mit der Ausbeute zufrieden sein. Fast alle haben zehn oder mehr Tore geschossen und den Weggang von Miroslav Klose zu den Bayern gut aufgefangen. Man hat nicht gemerkt, dass er weg war. Richtig ist aber auch: Um uns weiter zu verbessern, müssen wir einen Top-Stürmer holen", so Frings, bei Werder wohl einer der einflussreichsten Spieler.

Tja, Einigkeit sind anders aus. Ich neige übrigens dazu, Frings Recht zu geben. Bei Rosenberg ist zu vermuten, dass er eher zusätzliche Konkurrenz fürchtet, als tatsächlich davon überzeugt zu sein, dass Werder einen meisterlichen und für die CL reifen Sturm hat. Frings sieht das sicher objektiver.

Dienstag, Juli 15, 2008

Werder-Testspiel im Stream - live und für lau.

Werder ist seit gestern im Trainingslager auf Norderney. Da wird natürlich nicht nur mannschaftsintern geübt, sondern auch bei dem einen oder anderen Testspiel gegen den Ball getreten.

Einer dieser Probekicks, in diesem Fall gegen Fortuna Düsseldorf beginnt übermorgen, also am Donnerstag, um 19 Uhr. Einige Hardcore-Fans werden sicher sogar vor Ort sein, aber auch alle anderen, sofern sie über einen Internetanschluss verfügen, können das Spiel live und in voller Länge verfolgen.

Werder.TV berichtet ab 18.30 Uhr von diesem Match und verlangt dafür ausnahmsweise nicht einmal Moneten. "Das ist ein ganz besonderes Angebot für unsere Fans, gerade auch für die aus dem Ausland, um eine Kostprobe des Programms zu erhalten", so Werder-Mediendirektor Tino Polster in einer Pressemitteilung zu der Aktion.

Einzige Voraussetzung für den Genuss des Spiels: Eine halbwegs schnelle Internetverbindung und die kostenlose und relativ simple Registrierung bei Werder.TV.

Montag, Juli 14, 2008

War das schön.

Irgendwie muss man die bundesligafreie Zeit ja füllen und deshalb habe ich kürzlich nach zwei Jahren mal wieder meine Werder-DVD der Doublesaison 2003/04 aus dem Regal geholt. Beim Angucken habe ich dann erneut gemerkt, was für wahrlich sensationellen Fußball Werder damals gespielt hat. Da ist in den letzten vier Jahren keine Bundesligamannschaft auch nur annähernd rangekommen, behaupte ich einfach mal.

Die komplette Saisonzusammenfassung kann ich hier zwar nicht anbieten, aber immerhin zwei Videos mit den besten Toren aus dieser magischen Saison, die anzugucken auch beim 100. Mal noch Spaß macht. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen auch ein wenig über den langen, fußballlosen Juli.



Samstag, Juli 12, 2008

Nicht viel.

Ich hatte heute die große Freude, dem Fünf-zu-null-Testspielsieg Werders beim VfL Oldenburg beizuwohnen. Was ich da erlebt habe, steht schon in einem Blogeintrag - allerdings nicht hier, sondern drüben im Citytalk von bremen4u.

Hier ist momentan leider nicht viel los, das Sommerloch hat uns Sofa-Experten doch ein bisschen verschluckt. Ich gelobe für die kommende Woche Besserung! Da geht bald wieder was, bitte Geduld.

Donnerstag, Juli 10, 2008

Werder zu Beginn vier Mal samstags.

Nachdem vor gut einer Woche schon die Spielpläne für die neue Bundesligasaison veröffentlich wurden, steht jetzt auch fest, welche Spiele in den ersten vier Wochen an welchem Tag über die Bühne gehen. Wer alle Partien nachschauen möchte, kann das z.B. hier tun.

Werder muss anfangs vier Mal am Samstag ran. So sieht das en Detail aus:

1. Spieltag am 16. August in Bielefeld
2. Spieltag am 23. August gegen Schalke
3. Spieltag am 30. August in M'gladbach
4. Spieltag am 13. September gegen Cottbus

Ich hätte während der noch warmen Jahreszeit gerne ein Heimspiel am Freitagabend gehabt, aber das kommt mit ein wenig Glück ja vielleicht noch im September.

Montag, Juli 07, 2008

EM vorbei, die WM vor der Brust


Im zurückliegenden EM-Turnier wurde uns ja einiges geboten. Die EM befand sich spielerisch auf einem sehr guten Niveau, die Stadien waren voll und für das deutsche Team lief es auch sehr optimal. Zumindest bis zum Finale, das verdient gegen starke Spanier verloren wurde.

Bei einer EM vermisse ich aber immer die klassischen Außenseiter-Teams. Bei einer WM schaffen die es häufiger bis in die Endrunde. Das bescherte uns in der Vergangenheit u.a. Teams wie Trinidad und Tobago - ein Haufen Spaßfussballer, der weig reisst aber doch das Publikum begeistert. 
Daher nehme ich mir an dieser Stelle vor, die WM-Quali eines "Underdogs" zu beobachten. Vielleicht machen die anderen Blogger der Sofa-Experten ja auch mit. Das Team, das ich mir zur Brust nehme ist die Mannschaft von der Kerrygold-Insel: Irland.


Ja, Irland. Oder auch Éire, wie die Bewohner selbst ihre "grüne Insel" nennen. Mehr Schafe als Menschen und rothaarige, trinkfeste und sehr nette Menschen. Durchaus brauchbare Fußballer. 
Zur Geografie: Irland ist die westliche, kleinere Insel der beiden großen nordwesteuropäischen Inseln, welche generell, jedoch nicht unumstritten, als die Britischen Inseln bekannt sind. Sie ist ca. 450 km lang und ca. 260 km breit und liegt im Atlantik Insgesamt hat sie eine Fläche von etwa 84.421 km².
Auf der Insel liegen die Republik Irland und Nordirland, welches ein Teil des Vereinigten Königreichs (UK) ist.
An der Küste gelegene Berge umgeben zentrale Ebenen. Der Carrauntuohill im County Kerry ist mit 1041 Metern der höchste Berg. Der Shannon teilt die Insel in zwei ungleiche Hälften und ist mit ca. 370 km, von denen knapp 250 km schiffbar sind, der längste Fluss.

Soviel zum Land.

Der wahre Grund, warum ich mir Irland ausgesucht habe, ist folgender: In einigen Gesprächen mit den sympathischen und trinkfesten Landsleuten konnte ich feststellen, dass selbst diejenigen Iren eine große Vorfreude auf die WM haben, die eigentlich nicht soviel mit Fußball am Hut haben. Und das machte mich neugierig. Einer der bislang ermittelten Gründe: Nationaltrainer ist seit Anfang des Jahres Giovanni Trapattoni, einer der erfolgreichsten Trainer weltweit.
Im ersten Spiel unter seiner Regie gab es ein 1:1 gegen Serbien, darauf folgte ein 1:0 -Testspielsieg gegen Kolumbien. Das reicht anscheinend aus, das Land zumidest in Ansätzen bereits zwei Jahre vor der WM in Südafrika zu euphorisieren.

Eine weitere Aufbereitung der fußballerischen Geschichte Irlands folgt demnächst.

Freitag, Juli 04, 2008

Freistoß-Charts.

In der aktuellen Ausgabe von Bolzen geht es unter anderem um die morgen in den USA stattfindende Freistoß-WM. Dieses Ereignis hat die Bolzen-Redaktion zum Anlass genommen, ihre Top 10 der besten Freistöße aufzustellen.

Das Resultat inklusive Links zu Videos aller zehn Freistöße findet sich hier. Vor allem die Plätze zwei, drei und fünf sind einen Blick wert!

Lesetipp: "Nowitzki".


Hin und wieder fallen uns Experten besonders schöne Buch- oder DVD-Veröffentlichungen in die Hände, die wir dann auf unserem Sofa genießen und hier vorstellen.

So ein Fall war zuletzt das äußerst schlicht, aber dennoch völlig treffend "Nowitzki" betitelte Buch der Journalisten Peter Sartorius (Süddeutsche Zeitung, Geo) und Joachim Mölter (ebenfalls SZ) mit Texten von Nowitzkis Dirk persönlich.

Erschienen ist das knapp 300 Seiten umfassende Werk über den besten deutschen Basketballer und einen der populärsten Sportler überhaupt am 1. Juli, mir wurde freundlicher Weise ein Vorabexemplar vom Verlag Rowohlt zur Verfügung gestellt.

So konnte ich die wirklich spannend erzählte Geschichte eines damals noch kleinen Jungen aus der Nähe von Würzburg auf dem Weg in die NBA, in die Nähe des Meistertitels 2007 und zur Trophäe für den wertvollsten Spieler, sprich MVP, in Ruhe nachlesen und schon jetzt, kurz nach Veröffentlichung, meinen Senf dazu abgeben.

Die beiden Haupt-Autoren haben sehr gut recherchiert und bieten Anekdoten und Details, die anmuten, als wären sie bei jedem Karriereschritt Dirk Nowitzkis selbst dabei gewesen. Ergänzt werden ihre neun etwas pathetisch "Die Weissagung", "Victory Lane" oder "Showdown" betitelten Kapitel von Anmerkungen aus Dirk Nowitzkis Sicht, die das Buch noch authentischer und lesenswerter machen.
Hin und wieder sind auch Fotos eingearbeitet, die aber nicht nur als Blickfänge dienen, sondern die Texte sinnvoll unterstützen.

Alles in allem ist "Nowitzki" eine sehr gelungene Sportlerbiographie auf sprachlich hohem Niveau. Lohnt sich unbedingt, auch für nicht unbedingt glühende Basketballfans wie mich.

Dienstag, Juli 01, 2008

Adieu, Amaury

Die Werder-Homepage vermeldet, Amaury Bischoff, begnadeter Fußballer aus der der Zweiten Mannschaft, hat eine Vertragsverlängerung abgelehnt. Damit endet die Zeit des im Sommer 2005 von Racing Straßburg an die Weser gewechselten 21-jährigen im Dress der Amateure mit 62 Spielen und 6 Toren. Bei den Profis kam Amaury einmal im UEFA-Cup-Spiel gegen Celta Vigo im März 2007 zum Einsatz.
Amaury wechselt - zumindest sagen dies verschiedene Medienberichte - zum FC Arsenal, der vom französischen Coach Arsene Wenger trainiert wird und in der Vergangenheit Talente wie Cesc Fabregas und Aleksandr Hleb zu Spielpersönlichkeiten geformt hat. Ob Bischoff jedoch schon so weit ist, wie Hleb vor drei Jahren, ist fraglich. Dennoch: Alles Gute von den Sofa-Experten, bon voyage!

Topspiele.

Die DFL hat gerade in einer Pressekonferenz den Spielplan für die Bundesliga-Saison 2008/2009 veröffentlicht.

Werder startet mit einem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld und einer Partie zu Hause gegen Schalke in die neue Saison. Die beiden größten Kracher mit Bremer Beteiligung gibt's dann am 5. und 14. Spieltag jeweils auswärts gegen die Bayern und den HSV. Die beiden bestreiten übrigens das auf dem Papier sehr attraktive Saison-Eröffnungsspiel, dass auch live von der ARD gezeigt wird.

Weil's hier ja auch viele interessiert: St. Pauli muss in der zweiten Liga zuerst im eigenen Stadion gegen den VfL Osnabrück ran.

In den Bundesligen rollt die Kugel wieder ab dem 15. August.

Don't look back in anger.

Verägert zurückblicken? Auf die EM? Würde mir nie einfallen. War schließlich ein richtig gutes Turnier, fußballerisch wesentlich besser als die WM vor zwei Jahren und als die Euro 2004 sowieso.

Eigentlich wollte ich heute noch einen eigenen Rückblick schreiben, habe aber mal wieder kaum Zeit fürs Bloggen - ein Zustand, der sich bald wieder bessern muss und für den ich mich bei unseren Lesern entschuldigen möchte!

An meiner Unfähigkeit, hier für vernünftigen Inhalt zu sorgen, soll der Blick zurück auf eine tolle Europameisterschaft aber nicht scheitern - Kollege Felix hatte anscheinend mehr Zeit und präsentiert auf seinem Blog ein lesenswertes "A bis Z" der Euro 08.

Unbedingt einen Besuch wert ist einmal mehr auch die Seite des Guardian, wo unter dem Titel "Great fans, great football, bad shirts" die Highlights und Lowlights der Fußballfestspiele in Österreich und der Schweiz unter die Lupe kommen.

Samstag, Juni 28, 2008

Abschlusszeugnis.

Akuter Zeitmangel bei mir, sorry.

Deshalb kein eigener Beitrag, sondern nur der Verweis auf den Blog "Der Kommentator" des Kollegen Miro, wo er heute den Kommentatoren von ARD und ZDF, die bei den bisherigen 30 Spielen der EM im Einsatz waren, ein recht ausführliches Zeugnis ausstellt.

Donnerstag, Juni 26, 2008

Hier kommt endlich der Korken.

Ich habe mich heute ehrlich gesagt heftig über ziemlich viele sehr, sehr negative Kommentare bezüglich des Spiels der deutschen Mannschaft geärgert.

Die Blogosphäre trieft nur so vor Schimpftiraden gegen das Team von Jogi Löw - als eine Quelle sein hier Teile der Kommentare zum Liveblogging auf allesaussersport genannt.

Keine Ahnung, was diese Leute haben. Natürlich darf man kritisieren und natürlich hat 'schland gestern alles andere als brillant gespielt. Aber ein bisschen weniger Missmut und mehr Anerkennung für das Erreichen des Finales bei einem Turnier, das andere große Fußballnationen schon seit einer Weile im Fernsehen gucken dürfen, wäre schon angebracht.

Schön, dass es (ausgerechnet!) ein Kollege aus England ebenso sieht und den Korken liefert für all jene Schreihälse, die immer nur meckern:

"Turkey were great and Germany decidedly average again, and that is true to a large extent, but in truth, Turkey weren't that good, nor were Germany that bad. Listening to some of the pundits on the TV, you'd think Germany are the worst side in the tournament. But, hang on. They've scored three goals, and against a Turkey team who, if you believe the experts, just produced one of the performances of the tournament."

So gelesen im Minute-by-minute-Blog der Tageszeitung "Guardian".

Parken auf der Kreuzung vor dem Bahnhof

Das Halbfinale entsprach medial zumindest dem, was sich Fernsehmacher vorher erhofft hatten. Nach Einschaltquoten müssten sich etwa 29. Millionen Menschen vor den Fernsehern versammelt haben, etwa 10 Millionen Deutschlandweit beim Public Viewing. An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass Public Viewing in Nordamerika die Bezeichnung für die Aufbahrung der Toten zum Entgegennehmen des letzten Grußes ist.
Diese Aufbahrung wird in Deutschland nach dem Spiel zum Glück keiner brauchen, es blieb allerorten friedlich. Auch in Bremen. Nachdem wir in der Neustadt im kleinen Sofaexpertenkreis das Spiel geschaut haben, bin ich über den Domshof (dort war das Public Viewing) über den Bahnhof nach Hause gefahren. Bis auf ein paar betrunkene Halbstarke, die mit Flaschen warfen, war alles recht harmonisch - Dennoch so eine große Gruppe von ausgelassenen Menschen kann schon auch beängstigend sein.
Die folgenden Fotos sind an der Hochstraße vor dem Hauptbahnhof entstanden.





Mittwoch, Juni 25, 2008

Merkel is fussball crazy.

Es gibt viele, die nehmen Angela Merkel ihre seit der WM 2006 offenkundige Begeisterung für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht ab. Billiges Kalkül sei das, sagen sie, eine ganz dreiste Masche, um bei einem fußballbegeisterten deutschen Volk auf Stimmenjagd zu gehen.Ich persönlich hab's widerum schon immer für möglich gehalten, dass Frau Bundeskanzlerin tatsächlich auf Schweini und Kollegen abfährt.

Wie auch immer, bei der EM hat Merkels ob nun gekünstelte oder echte Fan-Laufbahn anscheinend einen neuen Höhepunkt erreicht. Eine Fernsehübertragung der deutschen Spiele ist erst dann komplett, wenn Angie wenigstens jubelnd auf der Tribüne, besser noch Interview gebend in der Mixed-Zone gezeigt wurde.

Nun schwappt die Merkelsche Fußballverrückheit sogar auf die Insel über, wie dieser witzig "Chancellor Merkel goes fussball crazy" betitelte Guardian-Artikel zeigt. Wo führt das noch hin? Merkel nach ihrer Zeit als Kanzlerin DFB-Chefin? Naja, so weit wird ihre Fußballliebe sicher auch nicht reichen ...

Mamma mia.

Schöne Geschichte im Zuge des Ausscheidens der Italiener bei der EM: Ein Hamburger Restaurantbesitzer musste sein Lokal wegen einer verlorenen Wette von "Remos Trattoria" in "Zum ausgeschiedenen Italiener" umbenennen.

Remo hatte vor der Euro mit Stammgästen gewettet, dass es seine kickenden Landsleute bis ins Finale schaffen würden. Leider war für Donadonis Truppe schon im Viertelfinale Schluss und die Trattoria so ihren Namen los.

Danke an Wintinho für den Hinweis auf diese Story.

Montag, Juni 23, 2008

Keine Ahnung, der Mann.

Oliver Bierhoff zur Vertragsverlängerung Per Mertesackers mit Werder:

"Ich bin froh, dass jetzt keine Spekulationen mehr aufkommen, dass vielleicht doch noch ein grosser Verein auf Per aufmerksam wird."

Stimmt, bei so einem Provinzclub wie Werder ist es auch viel schöner ...

(via)

Sonntag, Juni 22, 2008

DVD-Tipp: Amando a Maradona.

Für die meisten Fußballfans kämpfen zwei Kanditaten um den inoffiziellen Titel "bester Fußballer der Geschichte": Pelé und Diego Armando Maradona. Die Frage, wer er denn nun sei, der Beste, wird in der sicher nicht ganz unparteiischen Dokumentation "Armando a Maradona" ganz klar und unmissverständlich beantwortet: der kleine, mittlerweile etwas bauchige Argentinier hat klar die Nase vorn im Rennen mit dem eleganten Zauberer vom Zuckerhut.

Abgesehen von den fußballerischen Fähigkeiten kann Maradona auch kaum jemand das Wasser reichen, was die Größe seines Mythos und die vielen Anekdoten, die es über ihn zu erzählen gibt, angeht. Einige Eindrücke hiervon bietet Regisseur Javier Vazquez in seinem Film über den Fußballer und Menschen Maradona. Um eines gleich klarzustellen: Um "reinen" Fußball geht es hier nur am Rande, Spielszenen gibt's nur selten und in aller Kürze zu sehen. Trotzdem reichen die Bilder, in denen man Maradona auf unwiderstehliche Weise mit dem Ball umgehen sieht, aus, um einen Eindruck von der Klasse dieses Spielers zu bekommen.

Mehr geht's in dieser Doku aber um das Drumherum, dass zu Argentiniens legendärer Nummer zehn genauso dazugehört wie seine genialen Tore. Da werden über die gesamte gut einstündige Laufzeit des Films immer wieder Fans mit Maradona-Tätowierungen gezeigt, deren Liebe zu Diego nach eigener Aussage größer ist als die zur eigenen Familie. Man sieht, wie die Iglesia Maradoniana einen Gottesdienst zu Ehren ihres Angebeteten feiert, dazu einen Fußball mit Dornenkranz und Blutflecken durch die Gegend trägt und ein Foto des Fußball-Gottes in einem kleinen Altar anbetet.

Menschen auf Kuba und an der Copa Cabana singen Lieder für Maradona, ein paar Jugendlich in Argentinien taufen einen Fluss auf seinen Namen. Dazu kommen Rückblicke auf die Zeit Maradonas in Neapel und Bilder von heute, die zeigen, dass er dort immer noch wie ein Heiliger verehrt wird. Diese Bilder und Geschichten lassen staunen und erahnen, was dieser Mann für viele Menschen bedeutet.

Immer wieder kommt der große Meister auch selbst zu Wort. Er spricht viel über die Liebe zu seinen Töchtern, lässt seinem Hass auf Funktionäre verbal freien Lauf und erklärt, warum Pelé in seinen Augen ein schlechter und Fidel Castro ein guter Mensch ist.

Ich persönlich habe mir zwar hin und wieder gewünscht, der Film hätte ein paar Fässer weniger aufgemacht und nicht ganz so viele Haken geschlagen (siehe auch die oben beschriebene Themenvielfalt). Unterm Strich ist Amando a Maradona aber dennoch (oder vielleicht auch gerade deswegen?) eine kurzweilige und sehr gelungene Dokumentation über eine der faszinierendsten Persönlichkeiten, die der Sport je hervor gebracht hat.

„Amando a Maradona – ein Film über den Mythos Maradona“ ist Ende April bei Icestorm Entertainment erschienen.

Samstag, Juni 21, 2008

Merte bleibt in Bremen - bis 2012.

Was ist das für eine großartige Fußballwoche: Erst die brillante Leistung Deutschlands gegen Portugal und jetzt verlängert Per Mertesacker auch noch vorzeitig bis 2012 bei Werder. Damit bleibt einer der wichtigsten Spieler im Bremer Team die nächsten Jahre erhalten. Lebenslang grün-weiß, Merte scheint sich dran zu halten ...

Hier ein Statement von ihm zur Vertragsverlängerung von werder.de:

"Der Erfolg hier bei der EURO und das Gefühl, dass Werder unbedingt mit mir weiterarbeiten möchte, ist großartig. Werder will mit mir noch große Dinge erreichen und ich mit Werder, diese Konstellation ist ideal."

Die Super-Minimalisten vom Bosporus.

Auch heute, rund 19 Stunden nach dem Spiel Kroatien gegen die Türkei, kann ich es kaum fassen, dass die Türken es nach dem Spielverlauf tatsächlich noch ins EM-Halbfinale geschafft haben.

Das Verrückte daran: Sie lagen im ganzen Turnier in bisher vier Begegnungen und (inklusive Verlängerung gestern) 390 Spielminuten genau zwei Kleine-Zeiger-Umdrehungen lang in Führung. Eine unglaublich Zahl und ohne jetzt genaue Recherche betrieben zu haben würde ich behaupten, dass es so etwas noch nie gegeben hat.

Zum Vergleich: Deutschland, bisher einzige andere Mannschaft, die sich fürs Halbfinale qualifiziert hat, hatte in seinen vier EM-Partien insgesamt 179 Minuten lang mindestens ein Tor mehr als der Gegner.

[via]

Freitag, Juni 20, 2008

Der Scheiß ist heiß

Portugals Trainer Scolari hats ja gleich gesagt: Das 3:1 von Ballack gestern Abend war nicht ganz lupenrein. Wie dem auch sei, etwas weniger vulgär als die Kollegen von N24 hätte man es aber schon ausdrücken können...






















Nachtrag: Ups, da war ich selbst nicht viel besser: Das Bild ist, wie eigentlich auch an einigen Details zu erkennen, natürlich nach dem Östereich-Spiel entstanden. Und da war ja nun wirklich alles regulär... Ich hoffe, ich habe jetzt keine Abschwächung unserer Recherchedynamik suggeriert.

Crunch Time, Teil zwei.

Mit meinem Tipp für gestern habe ich ja schonmal daneben gelegen. Der Ärger darüber hält sich aber in Grenzen ... Mal gucken, ab ich mit den Einschätzungen der anderen Viertelfinals eher richtig liege:

Niederlande - Russland
Von dieser Begegnung erwarte ich nichts weiter als ein begeisterndes Offensivfeuerwerk. Bis auf vielleicht Spanien und Portugal kann kein anderes Team so schnell nach vorne spielen wie die Niederländer und die Russen. Die Elftal hat in der Vorrunde Vize- und Weltmeister Frankreich und Italien regelrecht abgeschlachtet und die Sbornaja hat spätestens gegen Schweden gezeigt, was sie drauf in der blitzartigen Vorwärtsbewegung drauf hat. Über die Qualität im holländischen Angriff braucht man angesichts solcher Leute wie Robben, Sneijder und van Nistelrooy nicht reden und auch die Russen haben mit Arshavin und Pavljuchenko Großartiges zu bieten. Noch wichtiger als in anderen Spielen wird hier sein, welches Team das erste Tor erzielt. Das wird nämlich den Gegner dazu zwingen, sein Spiel zu öffnen und Raum für Konter bieten, die beide Mannschaften exzellent zu nutzen wissen.Mein Tipp für dieses Spiel: Viele Tore, am Ende gewinnen die Niederlande knapp mit einem Treffer Vorsprung.

Spanien - Italien
Offensiv- gegen derzeit etwas angeknockte Defensiv-Künstler - ein Spiel der Kontraste, nicht nur deswegen. Spanien ist bisher mit einer gewissen Lockerheit durch das Turnier marschiert und gehörte gleich nach dem ersten Auftritt beim 4:1 gegen die Russen zu den größten EM-Favoriten. Italien dagegen hat sich ziemlich einen abgebrochen und ist erst durch einen Sieg der Holländer gegen Rumänien und den eigenen Triumph über Frankreich ins Viertelfinale gekommen. Der amtierende Weltmeister ließ bisher viel vermissen, darf aber natürlich jetzt in der K.O.-Runde keinesfalls unterschätzt werden. Eine Leistungssteigerung ist mit Sicherheit noch drin und die wird vermutlich auch kommen. Andererseits dürften die Gelb-Sperren von Gattuso und Pirlo ziemlich schwer wiegen. Mal schauen, wie die Squadra Azzurra diese Ausfälle kompensieren kann. Spanien schwebt dagen auf Wolke sieben, konnte sich im dritten Gruppenspiel sogar leisten, fast alle Stammkräfte zu schonen. Mein Tipp: Spanien wird gewinnen - falls Italien sich vor allem hinten am Riemen reißt, nur knapp, ansonsten ist durchaus auch eine deutliche Demonstration gegen den Weltmeister drin.

Donnerstag, Juni 19, 2008

Crunch Time.

Im Basketball bezeichnet "Crunch Time" die Phase eines Spiels, in der sich der Ausgang der Partie entscheidet. Ich fand das als Überschrift für diesen Beitrag, in dem ich einen Blick auf die Viertelfinal-Paarungen bei der EM werfen will, ganz passend. Zwar entscheidet sich heute und in den kommenden drei Tagen noch nicht, wer den Coupe Henri Delaunay holt, aber zumindest, wer genau das dieses Mal nicht tun wird. Gucken wir mal, welche vier am Sonntag noch übrig sind. Ich für meinen Teil habe relativ genaue Vorstellungen, welche Teams das sein werden.

Portugal - Deutschland
Hierzulande natürlich DAS Spiel im Viertelfinale und das wenig überraschend. Ich muss sagen, dass mir die die Vorfreude auf dieses eigentlich sehr spektakuläre Match ein wenig durch das ganze Verletzungs- und Trainersperre-Theater vorher genommen wurde. Aber heute Abend kurz vor Anpfiff ist das sicher auch vergessen. Was ist zu erwarten von diesem Spiel? Portugal hat sich mit seinen bisherigen Leistungen als drittstärkste Kraft bei dieser EM hinter Spanien und den Niederlanden eingereiht, Deutschland hat nach beeindruckendem Start gegen Polen ein bisschen den Faden verloren und ist mehr so ins Viertelfinale getaumelt. Von daher liegen die Vorteile ganz klar bei Portugal, die auch auf vielen Positionen individuell besser besetzt sind. Die Portugiesen haben nicht einen schwächelnden Mannschaftsteil zu bieten und wie gute Einzelspieler wie Ronaldo, Moutinho oder Pepe sind, darüber muss denke ich nicht mehr diskutiert werden. Auf der anderen Seite ist Deutschland wahrscheinlich richtig heiß auf dieses Spiel. Nach allen Rückschlägen (Poldi, Frings, Löw) dürfte sich in der Nationalelf eine "Alles oder nichts"-Stimmung eingestellt haben, die durchaus für eine richtig engagierte Leistung sorgen könnte. Ich gehe dennoch davon aus, dass die DFB-Auswahl heute ihr letztes Spiel bei dieser EM machen wird. Mein Tipp: Knapper Sieg für Portugal.

Kroatien - Türkei
Ein Viertelfinale, wie ich es mir auf gar keinen Fall gewünscht habe. Von der Ansetzung her das uninteressanteste der vier Spiele in der ersten K.O.-Runde. Nach den ersten Auftritten in der Gruppenphase hatte ich beide als ziemlich schwach eingestuft, nun schaffen es entweder die Kroaten oder die Türken sogar ins Halbfinale. Die Türkei ist nach teils unfassbaren Last-Minute-Siegen gegen die Schweiz und Tschechien wahrscheinlich immer noch im Totalrausch und schwimmt auf einer Euphoriewelle, was einige Unzulänglichkeiten im spielerischen Bereich kompensieren könnte. Die Jungs wollen noch richtig was schaffen, müssen allerdings wegen einer Rotsperre auf ihren ersten Torwart Volkan verzichten. Inwiefern der alte Rüstü eine Schwäche darstellt, musst sich erst noch zeigen. Meine Zweifel habe ich dennoch, ob Volkan seinem Team mit dem Ausraster gegen Jan Koller nicht einen ziemlichen Bärendienst erwiesen hat. Die Kroaten sind ebenso wie die Türken sehr von sich überzeugt und können das nach einem starken Auftritt gegen Deutschland wohl auch sein. Ich hätte nicht wirklich mit ihnen gerechnet, hielt sogar Polen anfangs für stärker. Nun sind sie mit beeindruckenden neun Punkten ins Viertelfinale gerauscht und haben einigermaßen gute Karten, auch das zu überstehen. Trainer Bilic hat zwar mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen, wird aber immer noch eine schlagkräftige Truppe auf den Rasen schicken können - immerhin siegte sogar eine fast komplette B-Elf ohne größere Probleme gegen Polen. Mein Tipp: Damit tue ich mich ganz schwer. Chancen stehen 50:50. Ich sag mal unentschieden nach 90 Minuten, dann die Türken in der Verlängerung weiter. Das können die einfach.

Aus Zeitgründen ist hier erst einmal Feierabend, Niederlande - Russland und Spanien - Italien reiche ich später nach!

Mittwoch, Juni 18, 2008

Marseillaise-Klingelton vs. Campioni-Shirt.

Ribery und Toni - gestern waren sie bei der EM Rivalen, im Verein scheinen sie aber ganz gut miteinander klar zu kommen. Das suggeriert zumindest dieses amüsante Video, dass gestern vor dem Spiel Frankreich gegen Italien im ZDF gezeigt wurde und mir so viel Spaß gemacht hat, dass ich es trotz des hohen Bayern-Faktors gerne hier verlinke.

"Deutschland über alles" im Schweizer Fernsehen.

Zwei junge Mitarbeiterinnen des Schweizer TV-Senders SF2 sollten eventuell eine Fortbildung zum Thema "Copy and Paste" besuchen. Dann passiert ihnen vielleicht nicht noch einmal so ein peinlicher Fehler wie am Montag. Da haben sie schön die doch leicht ideologisch vorbelastete erste Strophe des Deutschlandliedes aus dem Internet in den spielbegleitenden Teletext ihres Senders kopiert.

So flackerte beim Spiel Deutschland gegen Österreich, während die deutsche Hymne abgespielt wurde, unter anderem die Textzeile "Deutschland, Deutschland über alles" über Schweizer Bildschirme. Und weil in vielen Kneipen wegen des Lärms der Text-Kommentar angeschaltet war, erreichte der Faux Pas auch eine ganze Menge Zuschauer. Wenn schon, denn schon!

Dienstag, Juni 17, 2008

So viele Weitschusstore.

Jaja, wie reife Äpfel sollten sie fallen, die Weitschusstore - so wurde es vor Beginn der EM von diversen Torwarten, u.a. Gigi Buffon, prophezeit. Schuld daran werde der komische Spielball sein, der so seltsam und unberechenbar flattert.

Nun kam es ganz anders, allzu viele Tore aus größerer Distanz hatte es bis gestern überhaupt noch nicht gegeben - bemerkenswert nach bereits 18 Spielen.

Michael Ballacks Freistoßtor gegen Österreich war laut DFB-Bericht der erste Treffer überhaupt aus mehr als 20 Metern Entfernung. Mal schauen, vielleicht sind die Äpfel ja jetzt endlich reif und wir bekommen noch mehr solcher Raketen-Tore zu sehen.

Der Kollege Dr. Selzsam hat übrigens die Theorie, es würden kaum Treffer aus der Distanz fallen, weil die Defensivspieler eben wegen der Gefährlichkeit des neuen Balles Weitschüsse verstärkt zu verhindern suchten. Müsste es dann nicht aber andererseits noch mehr Tore aus dem Strafraum geben, weil dieser dann ja weniger stark bewacht werden könnte?

Leider gibts kein legales Video vom Ballack-Hammer im Netz, aber immerhin gibt's auf stern.de eine schöne 3D-Animation des Treffers.

Montag, Juni 16, 2008

Auf den Mund geschaut.

Wir Sofa-Experten regen uns gerne über die bei der EM gezeigten beziehungsweise gehörten Leistungen der ARD- und ZDF-Moderatoren und -Kommentatoren auf und auch sonst liest man in der deutschen Sport-Blogosphäre vielerorts Kritisches über Kerner, Beckmann, Wark, Poschmann und Co.

Leider viel zu spät habe ich nun entdeckt, dass Stern online jeden Tag eine EM-Fernsehkritik bringt, mit deren Beobachtungen und Meinungen ich größtenteils übereinstimme. Kann man gut lesen und sich darin bestätigt fühlen, die Leistung von Wolf-Dieter P. gestern Abend mal wieder richtig schlecht gefunden zu haben.

Lieber Gott, bitte hör' nicht hin.

Gut neun Stunden sind's noch bis zum Anpfiff des Dramas Österreich gegen Deutschland. Wer bisher noch nicht begriffen hat, worum es geht, der schaue sich bitte dieses Video von Mambo Kurt & Hanna an:



Ganz davon abgesehen, dass ein deutscher Sieg den Einzug ins Viertelfinale bedeuten und eine mittelschwere nationale Krise gerade noch abwenden würde - wenn "wir" gewinnen, hätten keine akustischen Folterknechte mehr eine Motivation, solche Songs zu schreiben und Clips dazu zu produzieren.

Ich brauche jetzt ne Runde Death Metal, sonst drehe ich durch.

[via]

Samstag, Juni 14, 2008

Holland boven!

So, an dieser Stelle darf die unparteiische Berichterstattung einmal meiner niederländischen Halbheimatsbrille weichen:

"In een fantastisch voetbalgevecht bedwong het Nederlands elftal vice-wereldkampioen Frankrijk met 4-1." Quelle
(In einer fantastischen Fußballschlacht bezwang die niederländische »Elftal« den Vize-Weltmeister Frankreich mit 4-1")

Und hier gibt es die Fotoserie "Die Kinder der Holänder". Und das finde ich wirklich bemerkenswert, ist mir auch schon nach dem ersten Spiel aufgefallen: Die Familien sitzen alle nah am Spielfeldrand, nach Abpfiff hieven die Stars ihre Kinder auf den Arm und beglückwünschen sich gegenseitig zu den Siegen und zu den hübschen Kindern. Nicht die Siege gegen Welt- und Vizeweltmeister Italien und Frankreich an sich sollten die Konkurrenz aufschrecken, sondern die Tatsache, das die niederländische Mannschaft eine Geschlossenheit und einen Teamgeist aufweist, dessen langjähriges Fehlen die Holländer oft von Titelgewinnen abgehalten hat.

Donnerstag, Juni 12, 2008

Läuft von alleine.

Zwar schon einen Tag alt, aber zu schön, um nicht doch noch empfohlen zu werden: ein köstliches Interview der Süddeutschen Zeitung mit Torsten Frings und Michael Ballack. Zur Einstimmung hier mal die ersten Zeilen:

SZ: Herr Ballack, Herr Frings, wie lange kennen Sie sich eigentlich?

Torsten Frings: Wir haben mal in der U21 zusammengespielt. Wann war das genau?

Michael Ballack: Der Torsten kam ein bisschen später dazu als ich. Ich war damals ja schon ein gestandener Spieler in der U21, Torsten war noch ein Jungspund.

Frings: Von wegen, ich hab’ im Gegensatz zu dir schon Bundesliga gespielt...

Ballack:...ja, Bundesliga, aber eben nicht in der Auswahl.

Frings: Ich bin als junger Spieler halt verkannt worden.

Ballack: Aber du hast doch auch nicht erste Liga gespielt damals.

Frings: Wieso hab’ ich nicht erste Liga gespielt?

Ballack: War Alemannia Aachen vielleicht in der ersten Liga?

Frings: Wieso Aachen? Ich war da schon in Bremen! Ich habe Bundesliga gespielt, da warst du noch mit Chemnitz in der Regionalliga.

Ballack: Ich war da schon Meister.

Frings: Mit der Jugend, oder was?

Ballack: Nein, mit Kaiserslautern, aber das war später (1998; Anm. d. Red.), da hast du recht.

SZ: Brauchen Sie uns noch? Wir können auch gehen.


[via]

Stopp Schwyz.

Die Schweizer sind raus. Zwei Niederlagen in den ersten beiden Spielen und Feierabend. Beide Male war es knapp - 0:1 gegen Tschechien, 1:2 gegen die Türkei - und in beiden Fällen höchst vermeidbar.

Sie konnten einem gestern Abend richtig leid tun, die "putzigen Schweizer", wie sie von meiner Mitbewohnerin nicht ganz zu Unrecht eigentlich ständig genannt werden. Hatten gut gespielt und am Ende doch verloren - nicht nur ein Spiel, sondern unterm Strich die ganze EM, die zur Hälfte in ihrem Land stattfindet und bei der sie so weit kommen und viel zeigen wollten.

Das Potenzial dazu war da. Trainer Köbi Kuhn (noch so ein Putziger, zumindest vom Namen her) hatte eine starke, junge Mannschaft zusammen, die heiß war. Vielleicht ein bisschen zu heiß, fehlte es in beiden Partien doch an kühlem Kopf und einem Schuss Cleverness. Die Eidgenossen waren nämlich zumindest in meinen Augen in beiden Gruppenspielen das bessere Team, das es allerdings pro Begegnung mehrfach verpasste, den Ball im Tor zu versenken und so für die Vorentscheidung zu sorgen (gegen Tschechien) oder gleich ganz den Sack zu zu machen (gestern gegen die Türken beim Stand von 1:0). Wer mit einem solch großen Aufwand spielt wie die Schweizer und sich dann nicht selbst mit Toren belohnt, muss sich am Ende nicht wundern, mit leeren Händen dazustehen. Die fehlende Abgebrühtheit ist für mich deshalb der Schlüssel zum Schweizer Notausgang, grundsätzlich ist/war die Qualität fürs Viertelfinale nämlich ganz sicher vorhanden.

So bleibt für die Schweiz, die mit den Verletzungen von Alex Frei und Marco Streller sowie den privaten Sorgen von Coach Kuhn zweifellos auch eine Riesenportion Pech zu stemmen hatte, nun im eigenen Land nur noch die Zuschauerrolle. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen.

Mittwoch, Juni 11, 2008

Warkhalsige Kommentare.

Eine überschriftliche Hommage an Dr. Selzsam. Aber darum geht's eigentlich gar nicht.

Vielmehr möchte ich an dieser Stelle festhalten, wie dick Thomas Wark heute meine prä-europameisterschaftliche Kritik an seinen Leistungen als Live-Kommentator unterstreicht.

Gerade spielt Portugal gegen Tschechien. Es steht eins zu eins. Als die Tschechen den Ausgleich machten, sagte Wark Folgendes: "Die Portugiesen mussten gerade zum ersten Mal realisieren, dass sie nicht unverwundbar sind - und dass, obwohl viele Fachleute sie nach dem ersten Auftritt zu Geheimfavoriten erklärt haben."

Is' klar, nach den ganzen schlechten Auftritten in den letzten Jahren musste sich Portugal erst mal die (Geheim)Favoriten-Rolle erspielen. Und unverwundbar? Stimmt, die dachten sicher, ohne auch nur das klitzekleinste Gegentor durchs Turnier zu spazieren.

Außerdem sprach er von einem Trend Richtung "torreiche EM", was mich an meinen Eintrag von gestern denken ließ.

Während der ganzen ersten 45 Minuten nervte der ZDF-"Experte" darüber hinaus mit einer völlig falschen Aussprache des Namens Pepe. Laut Wark heißt der portugiesische Abwehrspieler nämlich Päpp oder so ähnlich. Gruselig.

Wer das jetzt alles für Erbsenzählerei hält, der hat vielleicht sogar ein bisschen recht. Andererseits habe ich keine andere Chance, als diesem Quatschkopf zuzuhören, wenn ich das Spiel mit Ton sehen möchte. Das ist gemein - da werde ich mich wohl ein bisschen aufregen dürfen. Und von meinen verschwendeten TV-Gebühren will ich erst gar nicht anfangen ... (Allergiker-Warnung: Der letzte Satz könnte Spuren von Ironie enthalten)

Dienstag, Juni 10, 2008

EM-Team-Ranking: 1. Spieltag.

Alle 16 EM-Teilnehmer hatten jetzt einmal Gelegenheit, sich über 90 Minuten zu präsentieren. Ich hatte zum Glück genug Zeit, mir jede Mannschaft mindestens 45 Minuten lang anzugucken. Anhand dieser ersten ausführlichen Eindrücke hier nun das erste Sofa-Experten-EM-Team-Ranking.

Wäre die EM an diesem Punkt vorbei, sähe die Team-Reihenfolge meiner Meinung nach so aus:

1. Niederlande
2. Spanien
3. Portugal
4. Deutschland
5. Schweden
6. Frankreich
7. Kroatien
8. Italien
9. Schweiz
10. Russland
11. Tschechien
12. Österreich
13. Rumänien
14. Polen
15. Griechenland
16. Türkei

Ist natürlich ein rein subjetives Ranking und nur auf einem Spiel pro Team basierend. Mal gucken, wie sich die Eindrücke in den kommenden Tagen entwickeln.

Und wie sieht's bei euch aus? Zustimmung? Anderer Meinung? Wie seht ihr das? Leser-Rankings in den Kommentaren werden gern genommen!

Unterdurchschnittliche EM.

Da soll er eigentlich rein, der Ball - allzu oft hat das bei der laufenden Europameisterschaft allerdings noch nicht geklappt. Nach sechs Spielen und so statistisch gesehen etwa einem Fünftel der Euro 2008 zeichnet sich langsam und leicht bedrohlich ab, was viele Fußballfachleute vor dem Tunier vermutet, um nicht zu sagen befürchtet, hatten: Es wird wenig Treffer geben bei der EM, viele Teams werden die Defensivarbeit ganz oben auf die Prioritätenliste packen.

Ich war etwas - und mit etwas meine ich viel - optimistischer und hatte in einem Tippspiel, wo nach der Gesamtzahl der Tore gefragt wurde, 97 prophezeit. Okay, vielleicht ein wenig tollkühn bei einer Zahl von 31 Spielen, aber schön wär's gewesen.

Nun sind in den ersten sechs Partien der Euro gerade einmal neun Tore gefallen, macht im Schnitt 1,5 Treffer pro Spiel. Es mag noch zu früh für eine aussagekräftige Hochrechnung sein, ich wage es dennoch. Nach jetzigem Stand werden es nach dem Finale aufgerundet 47 Tore bei der gesamten EM sein.

Hoffentlich stimmt diese Zahl hinten und vorne nicht, sonst wäre es die mit Abstand torärmste EM-Endrunde, seitdem mit 16 Mannschaften gespielt wird. Woher ich das so genau weiß? Ich habe mir die Mühe gemacht, die Turniere `96, `00 und `04 durchzugehen und meinen Taschenrechner rauszukramen.

1996 gab's zum ersten Mal vier Gruppen à vier Nationen. Damals in England war in den Tornetzen ähnlich wenig los wie in diesem Sommer bislang, lediglich 62 Mal (genau zwei Tore pro Spiel, Elfmeterschießen wie bei anderen Jahren nicht miteinbezogen) trafen die Teams ins Schwarze.

Verglichen damit gab's im Jahr 2000 in den Niederlanden und Belgien eine wahre Torflut. 84 Mal konnten die Reporter den Torschrei auspacken, das sind starke 2,7 Treffer pro Partie.

2004 sah Portugal dann wieder etwas weniger Treffer: 77 Tore gab's bei der dortigen EM, pro 90 bzw. 120 Minuten zappelte die Pille 2,5 Mal im Netz.

Sollten wir nun einen richtig schlechten Minusrekord erleben? Und das, obwohl sogar die Italiener ihren Defensivsafe aufschließen und sich gleich drei Stück einschenken lassen, was ihnen sonst fürs ganze Turnier reicht? Ich hoffe, dieser Blogeintrag rüttelt die Aktiven bei der EM ein wenig auf und hilft so ein bisschen mit, den Zuschauern öfter das zu geben, weshalb sie im Stadion oder vor dem Fernseher sitzen. Auf mehr Null-zu-Nulls der Marke Rumänien gegen Frankreich hab ich zumindest keinen Bock.

Morgen voraussichtlich an dieser Stelle: Das erste EM-Team-Ranking, nachdem sich alle Mannschaften einmal präsentieren konnten.

Sonntag, Juni 08, 2008

Rote Karte für "Nachgetreten!".

Gut, ich hatte ja gestern um 23.30 Uhr erst rund sieben Stunden EM-Berichterstattung im ZDF hinter mir. Meine nicht gerade fußballbegeisterte bessere Hälfte war auch schon im Bett, also konnte ich mir doch in Ruhe noch ein bisschen was Lustiges über Fußball reinziehen, dachte ich. Theoretisch eine gute Idee, in der Praxis aber völlig daneben gegangen.

Ich wählte nämlich leider die Sendung "Nachgetreten!", die anscheinend jeden Abend, wenn das Zweite Deutsche Fernsehen das EM-Zepter in der Hand hält (also auch heute), ausgestrahlt werden soll. Sinn und Zweck des Ganzen laut ZDF-Homepage: "Teamchef Ingolf Lück und seine bunte Truppe lassen das Geschehen auf dem Rasen noch einmal Revue passieren und sparen dabei nicht mit verbalen Blutgrätschen." Und diese Blutgrätschen, die tun richtig weh und lassen den Zuschauer sich vor Schmerz auf dem heimischen Sofa wälzen. Glaubt mir, ich hab's am eigenen Leib erlebt!

Was gegen diese Sendung spricht, die anscheinend schon vor zwei Jahren während der WM lief (in Australien zum Glück nicht)? Furchtbare Zoten und Kalauer am laufenden Band (habe mir vor Schreck leider keine Notizen gemacht), Geschmacklosigkeiten unter der Gürtellinie (böse Witzchen über Alex Freis schlimme Verletzung) und Guido Cantz, der noch ein bisschen weniger lustig ist als das 147. Lesen der kleinen Witzesammlung mit Jürgen-von-der-Lippe-Krachern aus den Achtzigern, die bei meinen Schwiegereltern auf der Gästetoilette liegt.

45 Minuten dauerte dieser Schmarrn nach offensichtlichem "7 Tage, 7 Köpfe"-Vorbild, in dem Mike Krüger, den ich als Komiker sonst eigentlich ganz okay finde, dann noch ein schlimmes Lied so in die Richtung "Schiri, ich weiß nicht, wo mein Auto steht" unterlegt mit billigen Keyboard-Beats singen durfte - für mich war nach 25 Minuten Schluss.

Zufällig habe ich da zu Sat1 geschaltet, wo gerade eine uralte Ausgabe der Wochenshow lief. Und sieh an, Ingolf Lück war ja tatsächlich mal lustig. Hätte ich angesichts "Nachgetreten!" beinahe vergessen.

Wenn heute also die Nachberichte zu Deutschland - Polen vorbei sind, schaltet entweder um, geht ins Bett oder guckt noch eine Dreiviertelstunde der Waschmaschine beim Schleudern zu - macht beides deutlich mehr Spaß als dieses Gruselkabinett am späten Abend.

Vorhin noch gefunden: Ähnlich begeistert über "Nachgetreten!" zeigte sich ein Kollege schon anno 2006.

Samstag, Juni 07, 2008

Liveblog: DFB-Auswahl gegen Reprezentacija.


Keine acht Stunden mehr, dann geht die Euro 2008 los. Ich bin schon heiß wie Frittenfett - dieses phrasenschweinwürdige Bild sei mir in meiner Euphorie bitte verziehen - und damit sicher nicht gänzlich alleine, könnte ich mir vorstellen.

Besonders freue ich mich natürlich auf die Auftritte "unserer" schwarz-weißen Jungs, die aus den nicht so prallen, letzten Testspielen hoffentlich die richtigen Lehren gezogen haben und morgen gegen Polen richtig auf die Kacke hauen werden.

Wer aus welchen Gründen auch immer keine Chance hat, das Spiel im Fernsehen zu sehen, oder wem das Betrachten der Flimmerkiste allein nicht reicht, dem empfehle ich an dieser Stelle diese Umleitung auf die Seiten des einzig wahren Bremer Stadtmagazins bremen4u.

Dort blogge ich ab circa 20.15 Uhr live die Vorberichte und natürlich das Spiel Deutschland gegen Polen mit und wie immer gibt's natürlich für alle Leser die Möglichkeit, per Kommentar aktiv ins Bloggeschehen einzugreifen.

Alsdann, Pulle Bier und Schale mit Chips auf den Tisch, Fernsehantenne gen Wörthersee ausgerichtet, Laptop auf den Schoss und schon kann der Gipfelsturm starten. Juhu, jetzt sind's schon wieder vier Minuten weniger!

Wer übrigens kurz vor EM-Start noch schnell herausfinden möchte, welche der 16 teilnehmenden Mannschaften am ehesten seine/ihre Fußballphilosophie verkörpert, der sollte einen Abstecher zum Team-o-maten der Neuen Zürcher Zeitung unternehmen. Ist mit viel Liebe zum Detail gebastelt und bietet für den einen oder die andere vielleicht eine Überraschung.

Freitag, Juni 06, 2008

EM-Spieler im Fokus. Teil 3: Das Mittelfeld

Morgen beginnt die EM 2008 in Österreich, übermorgen greifen die deutschen Mannen um Michael Ballack in das Turnergeschehen ein. Ballack ist das Herz der Mannschaft, und damit auch das des Mittelfelds, um das es an dieser Stelle gehen soll.

Torsten Frings

Frings hat eine wirklich wechselhafte Saison hinter sich. Nachdem er in der Vorsaison zu den Gestaltern der Bremer Mannschaft gehörte und bei den Fans nach seiner Absage an Juventus Turin endgültig eine gewisse Unantastbarkeit erlangte, lief es 2007-2008 nicht so gut. Nicht nur ihm ist die schwere Knieverletzung mit diversen Rückschlägen in der Reha in Erinnerung geblieben. Bremer Mannschaft und Fans haben Frings' Elan und Siegeswillen an manchen Stellen vermisst. Aber zum Ende der Saison ist er ja wieder fit geworden und hat sich stetig verbessert. Dennoch: Wo sein Leistungsniveau momentan liegt, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist der Wille da, endlich einen internationalen Titel zu holen. In einem Interview im Tagesspiegel hat er kürzlich darauf hingewiesen dass man mit ihm während der WM 2006 Italien im Halbfinale geschlagen hätte. Leider war er ja gesperrt aufgrund der Tumulte nach dem Viertelfinale gegen Argentinien. Der Mann hat also auch noch eine Rechnung mit den großen Turnieren offen.





Michael Ballack

Bei Michael Ballack ist es ähnlich. Auch er hatte nach einer sehr langwierigen Verletzung (am Knöchel) er spät in der Meisterschaft in England die Möglichkeit, in das Spielgeschehen einzugreifen. Da war aber schon einer seiner größten Fürsprecher im Team, Trainer Mourinho, von Millionär Abramowitsch geschasst worden, die Mannschaft lag weit hinter Manchester United in der Meisterschaft zurück. Aber Ballack sagte früh: »Wir kommen da noch ran« und war davon überzeugt, sich durchzusetzen. Und er behielt recht - Die Entscheidung in der Meisterschaft wurde noch sehr knapp, er trumpfte im Mittelfeld stark auf und ließ alle Kritiker verstummen. Dennoch reichte es nicht zum Titel, dafür war die Saison schon zu fortgeschritten und Manchester zu abgezockt.
Es schien dann aber lange Zeit zumindest im Champions-League Finale so, als würde sich die Spielzeit für Ballack mit seinem größten Triumph zu einem positiven Ende wenden. Aber im Elfmeterschießen rutschte sein Teamkollege John Terry vom FC Chelsea mit dem Standbein weg - Manchester holte auch diesen Titel. Ballack kennt das. Mit Leverkusen verlor er bereits ein CL Finale, im gleichen Jahr auch Meisterschaft und DFB Pokalfinale kurz vor Schluss. Bei der folgenden WM war er im Finale 2002 gelbgesperrt zum Zusehen verdammt. 2007 wäre er echt mal dran gewesen. Ballack war bester Spieler des Finales, unbestritten. Er steht dennoch mit leeren Händen da. Ballack bleibt einer der großen Unvollendeten. Vielleicht kann er dieses Bild bei der EM wieder geraderücken.



und hier ein ziemlich ausführliches Video mit erstklassiger Musik



Thomas Hitzlsperger

Hitzlsperger, sonst auch eher ein Sportler mit der Ausdauer eines Duracell-Hasen, musste in dieser Post-Meisterschaftssaison mit dem VfB Stuttgart auch mit Verletzungen kämpfen. Als es dann bei ihm wieder lief, stabilisierte sich auch der gesamte VfB. Dennoch: Die Form und Konstanz der Vorsaison konnte »The Hammer« dieses Jahr nicht erreichen. Es ist durchaus denkbar, dass er die durchwachsene Saison im harmonischen Kreis der Nationalmannschaft abhaken kann, um dann bei der EM auf einige Einsätze zu kommen. Für ihn bleibt nur zu hoffen, dass er nicht wieder als Linksverteidiger wie im Testspiel gegen Weißrussland ran muss. Das ist nicht seine Position.

Hier mein Libelingstor von »The Hammer«

In folendem Video wechseln sich Michael Tarnat und Hitzlsperger mit diversen Hammerschüssen ab - leider ist die Musik nicht zu ertragen, also ausmachen.


Simon Rolfes

Wir Bremer Fans sind ja ein wenig traurig, dass Rolfes sein Potenzial in seiner Bremer Zeit nicht so umsetzen konnte wie in den letzten Spielzeiten in Leverkusen. Hier spielt er auf der Sechser-Position, ist aber auch noch deutlich torgefährlicher als Torsten Frings. Da die Rollen im Mittelfeld in der Nationalelf im Mittelfeld auf seiner Position jedoch klar vergeben sind, wird er höchstwahrscheinlich nicht zu langen Einsatzzeiten kommen. Wenn er seine Entwicklung konsequent fortsetzt, wird Fussball-Deutschland auch an ihm noch eine Menge Freude haben.



Tim Borowski

Boro hatte Schnupfen. Oder sogar Grippe? AUf jeden Fall konnte er in der Vorbereitung des DFB auf Mallorca keine Akzente setzen. Dennoch durfte er bleiben, obwohl er im Mittelteil der Saison sowohl bei Werder wie auch in der Nationalelf umstritten war. Nach einer Verletzung kam er nicht so in die Spiele wie früher, mir kam er staksig und nicht engagiert vor. Aber er hat sich wieder rangekämpft und aalen Unkenrufen zum Trotz auch als kommender Bayern-Spieler alles dafür gegeben, Werder im Meisterschaftsrennen, bzw. auf Champions League Kurs zu halten. Sowieso: Die Art, wie sich das Bremer Eigengewächs verabschiedete, hatte Stil. Er hat den Wechsel früh bekannt gegeben (anders als ein gewisser Herr M.K.) und sich wie erwähnt richtig reingehauen. Das wird das Bremer Publikum nicht vergessen. Dass er im DFB-Team bleibt, zeigt die Wertschätzung, die ihm das Trainingsteam entgegenbringt. Ich bin mal gespannt, inwiefern Boro das in Einsatzzeiten umgemünzt bekommt und auf welcher Position wir ihn sehen werden.

Hier noch sein schönes Abschiedstor gegen Hannover


Bastian Schweinsteiger

Er wurde 2006 hochgelobt. Klinsmann mochte den frechen, unverbrauchten Jungspund mit den verrückten Ideen, Tempodribblings, genauen Pässen und dem starken Schuss. Deutschland liebte ihn in Kombination mit Lukas Podolski, die beiden waren Sympathieträger Nummer eins. Spätestens in dieser Saison war der Glanz der WM im eigenen Land verblasst, die beiden wunderschönen Tore im Spiel um Platz drei bei der WM gegen Portugal vergessen. Uli Hoeneß nahm den Spieler weniger unter seine schützenden Fittiche, er kritisierte, er forderte. Nun kann man nicht sagen, das Schweini den Nachweis seiner Klasse schuldig blieb, aber überzeugen konnte er nicht. Er hat seine Unbekümmertheit verloren, das wird auch in einem klasse Interview/Bericht im Zeit Magazin sehr deutlich. Aber deutlich wird halt auch, dass es nicht einfach ist, auf dem Boden zu bleiben und seine Leistungen abzurufen, wenn man unendlich viele Schulterklopfer hat, die von einem auf den anderen Tag auch wieder weg sind und man mit seinen Problemen alleine dasteht. Und ob eine Sozialisation in einem Fußballinternat so förderlich für eine bodenständige Persönlichkeitsentwicklung ist, sei mal dahingestellt.
Wie dem auch sei, Schweinsteiger scheint sich zum Ende der Saison wieder stabilisiert zu haben, auch wenn er bei Löw angeblich nicht mehr so geschätzt wird wie vielleicht 2006. Die Nicht-Aufstellung in dem letzten inoffiziellen Test gegen eine Tessin (Schweiz) - Auswahl soll da ja so eine Art Warnsignal gewesen sein. Wir werden sehen, ob er genug Biss hat, zu einem ganz großen zu werden.



David Odonkor

David Odonkor wird ja gerne auf seine Sprinterqualitäten reduziert. Wie ich finde, zurecht. Aber er hat sich immerhin getraut, früh den Schritt aus der Bundesliga in eine andere internationale Spielklasse - die spanische Primera Division - zu machen. Und dort hat er sich in seinem zweiten Jahr richtig gut durchgesetzt. Betis Sevilla, in den letzten Jahren auch eher ein trauriges Negativ der eigenen Erwartungen, hat sich zumindest im letzten Saisondrittel wieder ganz gut verkauft, Odonkor gehörte zum Stamm. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass ihm die Neulinge des Löw'schen Casting-Konzeptes am nähesten gekommen sind. Das er sich in dieser weiteren Drucksituation empfehlen konnte, spricht für ihn. Ich freue mich auf seine Einwechslungen, wenn er dann nochmal in vermeintlich statische Spiele ein wenig Feuer bringt.





Piotr Trochowski

Was soll ich sagen, der Mann ist schon irgendwie eine Bombe: Hammerschuss, Spielverständnis, Ballsicherheit, Schnelligkeit und auch noch irgendwie sympatisch. Aber: Es bleibt nicht viel zählbares zurück. In Hamburg hatte er unter Stevens immer mal wieder Spiele, konnte sich aber nicht etablieren. Ich habe immer den Eindruck, der spielt ein wenig gehemmt. Vielleicht löst sich ja mal bei ihm der Knoten. Ich denke, dann kann er eine Menge positives bewegen. Ob er aber als Impulsgeber nach einer Einwechslung in einem großen Turnier funktionieren kann, bezweifle ich an dieser Stelle.



Hier noch einmal das ganze Mittelfeld in einem Filmchen zusammengefasst: