Montag, März 31, 2008

Auswärtspiel: SC Paderborn - FC St. Pauli

1:4 in Paderborn. Was für eine Klatsche für St. Pauli - und Dr. Selzsam und ich waren auch noch live dabei. Da quält man sich um 8:18 Uhr Winterzeit mit der Bimmelbahn nach Hannover und von dort über zwei Stunden ohne Pause in einer Sardinenbüchsen-ähnlichen S-Bahn weiter ins tiefste Ostwestfalen, um knapp zwei Stunden im Gästeblock eines der wohl unkomfortabelsten Stadion Deutschlands zu stehen und was bekommt man geboten? Den momentan vielleicht schlechtesten Profitorwart Deutschlands und eine Pauli-Mannschaft, die eigentlich alles im Griff hat und dann in der zweiten Halbzeit viele Argumente dafür liefert, warum der Wiederabstieg in die dritte Liga doch nicht so unwahrscheinlich ist. Für kürzere Sätze und einen ausführlichen Spielbericht bin ich gerade zu faul. Wer zumindest auf zweiteren nicht verzichten möchte, wird hier fündig.

Doch es gab auch viel Positives auf diesem kleinen Ausflug ins untere Drittel der zweiten Bundesliga. Die Fahrt war trotz aller Unannehmlichkeiten dank der wie eigentlich immer gut gelaunten Paulianer sehr amüsant, wir konnten uns mal wieder ein paar Dosen Paderborner direkt vom Ursprung gönnen (halt, das müsste doch eigentlich auf der Minus-Seite stehen...), und ein paar Situationen im Hermann-Löns-Stadion werden mir in schöner Erinnerung bleiben.

Da war einmal der junge Verkäufer am Bierstand, der auf die Frage nach Zigaretten nüchtern antwortete: "Wir hatten hier sonst immer einen Automaten, aber seit Osnabrück ist der weg." Böse Osnabrücker! Und dann gab es noch den Familienvater in meinem Block, der seinen kleinen Sohn auf den Schultern hatte. Beim Stand von 3:1 für den SCP und Freistoß nahe dem Pauli-Tor ließ der kleine Fan sich zu einem enthusiastischen "Papa, Papa, wetten der geht rein?" hinreißen, was der schwer genervte Vater mit einem liebevoll dahingeranzten "Ruhe. Hier wird gar nix gewettet!" pädagogisch wertvoll beantwortete. Herrlich.

Offen blieben genau zwei Fragen: Wann merken die Verantwortlichen beim FC St. Pauli endlich, dass Patrik Borger eine Gefahr für den Klassenerhalt ist und warum zur Hölle wurde am bisher wohl hellsten Tag des ganzen Jahres um 15 Uhr zur zweiten Hälfte das Flutlicht eingeschaltet? Erhellende Antworten bitte in die Kommentare!

Kommentare:

marco hat gesagt…

1. frage: ich hoffe seit langem, dass diese offensichtlichkeit erkannt wird
2. frage: das ist wie beim fotografieren und filmen: gegenlicht setzen, damit die schatten weggehen.... ;-)

jensen hat gesagt…

zu 2.: Aha, diese Antworkt klingt vernünftig. Besten Dank!

Dr. Selzsam hat gesagt…

Das haben die doch extra gemacht, um unsere Stars zu Schatten ihrer selbst werden zu lassen! Und was Borger angeht: Da hat nur was mit der Valium-Dosierung nicht gepasst, Sonntag funzt das wieder. Wenn ihr die Alternativen mal live erlebt hättet und Borger letztes Jahr in der RL gesehen hättet, wüsstet ihr, warum der Torwart nicht gewechselt wird. Und die Vergangenheit ist ja wohl immer noch wichtiger als die Gegenwart. Ähem.