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Mittwoch, Dezember 17, 2008

Kilometerfresser.

Ich kann mich nicht mehr an den genauen Anlass erinnern, aber am Samstag während der Sportschau wollte ich plötzlich wissen, wessen Fans in der ersten Liga eigentlich die meisten Kilometer fahren müssen, um bei allen Auswärtsspiele ihres Lieblingsteams dabeisein zu können (falls sie aus derselben Stadt wie der Klub kommen).

Vielleicht interessiert es ja sonst noch jemanden, deswegen kommt hier kommt die Rangliste mit den Infos Gesamtkilometer und Durchschnittswert. "Gemessen" habe ich die jeweiligen Entfernungen zwischen allen 18 Städten übrigens mit Google Maps.

1. München, 9443 km, 555 km
2. Cottbus, 8668 km, 542 km
3. Berlin, 8035 km, 473 km
4. Stuttgart, 7148 km, 420 km
5. Hamburg,6942 km, 408 km
6. Karlsruhe, 6606 km, 389 km
7. Hoffenheim, 6353 km, 374 km
8. Bremen, 5641 km, 353 km
9. Wolfsburg, 5817 km, 342 km
10. Frankfurt, 5344 km, 314 km
11. M'gladbach, 5302 km, 312 km
12. Hannover, 5164 km, 304 km
13. Köln, 4930 km, 290 km
14. Bielefeld, 4895 km, 288 km
15. Leverkusen, 4831 km, 284 km
16. Schalke, 4756 km, 280 km
17. Bochum, 4701 km, 277 km
18. Dortmund, 4562 km, 268 km

Die "Abstiegsplätze" belegen wenig überraschend die Ruhrgebiets-Vereine. Auf Platz eins steht München, von dem sich alle anderen ganz weit fernhalten (wer kann es ihnen verdenken?), Cottbus ist ähnlich weit ab vom Schuss.

Die kürzeste Distanz zwischen zwei Orten ist übrigens die zwischen Bochum und Schalke, die beiden trennen lediglich 16 Kilometer. Am weitesten müssen Hamburger und Münchener fahren, wenn sie die jeweils gegnerische Partei besuchen: Satte 775.000 Meter liegen zwischen Hansestadt und Bayern-Kapitale. Ham wa wieder was gelernt, das eigentlich keiner so genau wissen muss ...

Montag, Dezember 01, 2008

Keine Randale und Bambule in Bremen.

Ich habe mich heute ausführlich mit den Ereignissen rund um das Spiel Werder gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag beschäftigt.

Wie sich wahrscheinlich schon herumgesprochen hat, wurden über 200 Frankfurter schon lange vor Anpfiff von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Einige Hintergründe und die Meinungen von Vertretern der Bremer und Frankfurter Fanprojekte gibt es hier im Citytalk von bremen4u.

Dazu noch einige andere Artikel:

Frankfurter Neue Presse (1)
Frankfurter Neue Presse (2)
Kreiszeitung Syke

Mittwoch, November 12, 2008

Hamburg callin’.

Ich hatte den Herrn Dr. Selzsam, seines Zeichens glühender Anhänger des einzig wahren Hamburger Fußballclubs, gebeten, doch bitte mal die zehn besten Argumente für regelmäßige Stadionbesuche bei seinem Lieblingsverein vom Kiez aufzulisten. Herausgekommen ist die folgende Liebeserklärung an Braun-Weiß, die ich äußerst überzeugend finde. Danke übrigens auch für die Blumen im Prolog, lieber Doktor!

Der Sofa-Experte Jensen siedelt demnächst von Bremen nach Hamburg über. Links der Weser ist das natürlich ein schmerzlicher Verlust, doch die Elbestadt kann sich freuen. Fußballtechnisch dürfte für die Hamburger dann auch etwas zu verdienen sein, denn ganz ohne Stadionbesuche in der künftigen Wahl-Heimatstadt wird der Gute wohl kaum auskommen. Wo er nicht hingeht, ist nicht zuletzt aufgrund des Gestanks der nahen Müllverbrennungsanlage bereits klar. Doch damit Jensen am Ende nicht bei Altona oder Eintracht Norderstedt landet, werde ich hier mal die zehn wichtigsten Gründe für regelmäßige Besuche am Millerntor bereitstellen. Aus tiefer Überzeugung und großer Wehmut übrigens, doch das ist eine andere Geschichte. Also los:

Nummer 10: Die Ruhe
Am vergangenen Spieltag haben die Hamburger Fans, wie auch ihre Kollegen aus Freiburg, gezeigt, dass sie durchaus schweigen können. Das ganze war zwar nur eine Aktion gegen fanfeindliche Anstoßzeiten, aber dennoch: Auf einen regelmäßigen Weserstadion-Besucher muss diese Ruhe heimisch wirken. Das Potential zur Schweigsamkeit dürfte daher bei der Eingewöhnung am Millerntor sehr hilfreich sein und liefert den ersten Pluspunkt.

Nummer 9: Das Sofa
Jensen ist Sofa-Experte. Am Millerntor werden in den kommenden Jahren nach Plan des „Fan-Präsidenten“ Cornelius Littmann ganz unzotig „Separées“ getaufte Logen eingerichtet, in denen man auch halb wohnen können soll. Für ein Sofa ist da natürlich auch Platz. Der Vorteil liegt auf der Hand.

Nummer 8: Die Wärme
Nach dem Aufstieg hat sich der FC Sankt Pauli eine Rasenheizung gegönnt. Das bedeutet: Nie wieder Eis und Schnee. Soweit ich mich erinnere, war das ja besonders für Bremer ein ganz wichtiger Punkt bei der Entwicklung des Fußballsports auf Sankt Pauli.

Nummer 7: Der Antifaschismus
Was Werders Fanszene am vergangenen Spieltag völlig zurecht viel Lob eingebracht hat, wird bei Sankt Pauli bekanntermaßen schon länger praktiziert: Nazis müssen draußen bleiben. Und zum Eigenschutz auch besser auf etwas Abstand vom Stadtteil… Der Vorteil für Jensen am Millerntor: Wenn es doch mal einen Zwischenfall gibt, regelt sich das in der Regel ohne dass der Fanbetreuer die Polizei ruft, die dann die eigenen Leute mit Pfefferspray eindeckt. Der Vorteil ist im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlich.

Nummer 6: Erfolgsfanfreiheit
Auch wenn es in letzter Zeit steil bergauf ging mit dem magischen FC, Platz sieben in Liga zwei und das sträfliche Fehlen von Lechner, Sako und Co. in Doppelpass-Runden, in Panini-Sammel-Alben und auf Bravo-Sport-Postern hält die Erfolgsfangemeinde auf Abstand. Auch nach vier Auswärtsniederlagen in Folge fordern daher immer noch die wenigsten die sofortige Köpfung des gesamten Trainer-Teams. Hat was Entspannendes.

Nummer 5: Die Abwechslung
Auch wenn der Spielbetrieb in Liga zwei den Champions League verwöhnten Fan nicht immer direkt zu 90-minütigen Jubelstürmen hinreißt, ist ein Besuch am Millerntor immer mit großer Spannung verbunden. Welche Tribünenteile sind wohl in den letzten zwei Wochen dazu gekommen? Wo fährt der „Fan-Präsident“ diesmal medienwirksam mit dem Abriss-Bagger vor, obwohl die Verträge für die neue Tribüne noch längst nicht stehen, wo reckt sich das nächste Stahlrohr-Monster von Kurve in den Hamburger Himmel? Wer da nicht aufgeregt ist…

Nummer 4: Das Bier
Hat Herz. Schmeckt. Und gibt es noch ohne eigene Stadionwährung. Auch wenn das knapp war.

Nummer 3: Die Ölsardine
Heute kann es regnen, stürmen oder schneien, denn du bist ja selbst schon – warm wie Sonnenschein. Wie das kommt? Nachdem der FC Sankt Pauli 2005/2006 eine recht erfolgreiche Saison im DFB-Pokal spielte, fiel einigen Fernsehzuschauern mit DFB-Funktion auf, dass in der elektrisierten Masse gar keine Schneisen zu erkennen waren. Seitdem wurde der Verein gezwungen, die Aufgänge freizuhalten. Seitdem haben sich im Stadion zwei Dinge geändert: Es gibt mehr Ordner und weniger Platz zum Stehen. Gerade bei den besser besuchten Spielen, also im Prinzip bei allen, die keine Freundschafts- oder U-18-Länderspiele sind, erzeugt die Nähe zum bisher meist unbekannten Nachbarn daher nicht nur soziale Wärme. Mit etwas Glück lässt sich so auch noch die ein oder andere legale bis semilegale Droge konsumieren – als Dusche oder als Schwade.

Nummer 2: Der Totenkopf
Auch wenn Spätaussiedler aus ehemaligen Sowjetrepubliken aufgrund des von der Hausbesetzerszene ins Stadion geschleppten Symbols der Freibeuter der Liga teilweise noch heute eine Verbindung zur SS vermuten, haben sich die Kleidungsstücke in Alltag und alternativen Stadtteil- und Musiksümpfen bestens bewährt. Damit auf zu linken Pfaden zu wandeln, braucht aber niemand befürchten. Das Logo wurde wie alle Merchandising-Artikel zu 90 Prozent an eine Vermarktungsagentur verkauft, die das Symbol der Rebellion nach den Regeln des Marktes politisch korrekt kapitalisiert. Che Guevara lacht auch gern von Fanutensilien, selbst kubanische Nationalflaggen haben es inzwischen in die Höhle der Anti-Nationalen geschafft. Das nennt man dann Kult.

Nummer 1: Die Fans
Trotz allem Kult und aller Ironie zum Schluss doch noch die Liebeserklärung. Denn es gibt auch wirklich noch viele Gute im und am Millerntor. Bekloppte Abendblatt-Bye-Bye-Bayern-Winkehände mit eigenen Bye-Bye-Littmann-Winkern zu kontern, ein Fanbetreuer, der zusammen mit dem Stadion-Sicherheitschef mangels versagter Polizei-Unterstützung zu zweit in den Chemnitzer Fanblock geht, um eine Nazi-Fahne abzumontieren, ein Sport- und Softporno-Sender, der sich über seinen Sprecher aus verletztem Stolz über Fanproteste gegen von ihm initiierte Spieltagszerstückelungen in der lokalen Boulevard-Presse ausheult, ein organisierter Fanmarsch mit 8000 Menschen gegen eine Polizei-Aktion gegen den Fanladen und jedes Heimspiel eine riesige Choreo – all das hat schon was. Und wenn auswärts ein paar faschistoide Rostocker hupen, hagelt’s auch mal Gürtel. Das ist mein Sankt Pauli. Wer Fußball mag, wer Fankultur ohne Atzengeballer mag und wer Emotionen mag, der ist hier richtig. Also lass es dir nicht entgehen, Jensen!

Dienstag, November 11, 2008

Ist noch braune Suppe da.

Zwei schöne Links zum Thema Nazis in Bremen/in der Bremer Fanszene, die auf das interessante Blog "Verbrochenes.net" führen und hier aus Zeitgründen ausnahmsweise unkommentiert stehen:

Und jetzt alle!


Im Visier der Antikapitalisten

Sonntag, November 09, 2008

Werder-Fans "mobben" Nazis aus dem Blog.

Tolle Aktion der Werder-Fans gestern in Bochum: Sie sorgten dafür, dass beim Auswärtsspiel im Rewirpower-Stadion sechs rechte Bremer Schwachköpfe von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden. Mitglieder der Nazi-Organisation "Nordsturm Hansestadt Bremen" (kurz NSHB) wollten ein Banner mit ihrem Logo entrollen und so ein bisschen Werbung für ihr eklig-braunes Gedankengut machen. Die Reaktion der Werder-Anhänger auf die Aktion ihrer "Kameraden": "Nazis raus"-Sprechchöre und kleinere Handgemenge, die letztlich ein Eingreifen der Polizei provozierten und zur Festnahme der sechs Vollpfosten führten.

Das ganze ist ein wunderbares Beispiel von kollektiver Zivilcourage in Fußballstadien, wo rechtsradikale und fremdenfeindliche Fans sonst viel zu oft mit ihren Parolen und Bannern unbehelligt bleiben. Dementsprechend bekamen die Bremer Fans auch viel Applaus, unter anderem von der Samstags-Sportschau und Spiegel Online. Wer mit eigenen Augen sehen möchte, wie die Anti-Nazi-Proteste der Werder-Fans aussahen, bekommt durch dieses Youtube-Video mitten aus dem Block einen kleinen Eindruck:

Sonntag, Mai 18, 2008

Ostfriesland schuftet für ein neues Stadion.

Am Samstag war ich in Emden beim Regionalligaspiel der Kickers gegen Borussia Dortmunds zweite Mannschaft. Da hab ich mir natürlich ein Exemplar des Vereinsmagazins "Kickers-Kurier" gesichert und darin von einer wirklich interessanten Aktion erfahren.

Momentan spielen die Kickers noch auf einem besseren Dorfsportplatz, um den herum die Zuschauer auf ein paar Tribünen ganz, ganz alter Schule sitzen und stehen. Nebenan kann man, wie mir unser Autor Dr. Selzsam versicherte, hin und wieder sogar ein paar Kühe grasen sehen, was die Fußballprovinz-Idylle perfekt macht.

Nun wollen die Emder aber eine neue Heimspielstätte bauen. Die soll im Grunde genommen eine kleine Ausgabe der Allianz-Arena für 15.000 Fans werden. So ein Schmuckstück kostet aber selbstverständlich gut Geld und das haben die Kickers erst zu 80% zusammen. An dieser Stelle kommt die oben angesprochene Aktion ins Spiel.

Zwei Mitarbeiter des VW-Werks in Emden, natürlich Kickers-Fans, hatten am Fließband die Idee, eine zusätzliche Schicht lang ranzuklotzen und das verdiente Geld ihrem Lieblingsverein für den Stadionbau zukommen zu lassen. Diese Geschichte ist nun Inspiration für viele andere, es genauso zu machen. Das ganze hat sich mittlerweile zu einer offiziellen Riesenaktion mit dem Slogan "Arbeitszeit für unser neues Stadion!" gemausert. Man kann als Fan einen Antrag ausfüllen und dort seine Bereitschaft erklären, für das Stadion zu schuften. Die Abstimmung mit dem Arbeitgeber übernimmt dann der BSV Kickers Emden.

Ich finde diese Bereitschaft, dem örtlichen Verein zu helfen, ziemlich cool. Richtig gut gefällt mir, dass das ganze nicht vom Club, also von oben, sondern direkt an der Basis entstanden ist. Macht mir die Emder noch viel sympathischer!

Freitag, April 25, 2008

Grün-weiße Wohngemeinschaft.















Klar, die "Die Werder-WG" ist keine ganz brandneue Geschichte mehr, für vorstellenswert halte ich sie aber dennoch. Gibt ja sicher nach wie vor den einen oder die andere, die noch nicht darauf aufmerksam geworden ist.

Der Werderfan Tim Hollje veröffentlicht auf seiner Seite witzige Cartoons im "South Park"-Stil, die sich weitesgehend auf reale, aktuelle Geschichten aus dem grün-weißen Lager beziehen.

Bemerkenswert finde ich die Liebe zum Detail bei der Gestaltung der Figuren und die Kreativität und den Humor, die der Autor beim Basteln an den Tag legt.

Wer keinen Bock oder keine Zeit hat, sich die kompletten Storys reinzuziehen, der sollte wenigstens einen kurzen Blick auf den Werder-Kader oder die Liste der Gaststars werfen - die sind nämlich auf jeden Fall für eine ganze Menge Lacher gut.

Donnerstag, April 24, 2008

Die Sorgenkinder.

Jaja, dazu wurden sie einmal mehr gemacht in den letzten Wochen, zu Sorgenkindern der Vereine und der Fußballszene überhaupt: die Ultras. In Frankfurt und Stuttgart warfen Idioten aus ihren Reihen (so hieß es zumindest allerorten) bengalische Feuer auf's Spielfeld und rückten somit das schlechte Licht auf die Ultras, welchem diese sowieso noch nie richtig entkommen konnten.

Heute morgen ist mir auf sportal.de ein ganz neuer, erstaunlich langer Artikel über Ultras untergekommen, den ich für durchaus lesenswert halte. Das "Phänomen" Ultras wird ausführlich beleuchtet, erfreulicher Weise nicht nur komplett einseitig, d.h. aus Sicht der Außenstehenden. Natürlich werden sich die meisten Ultras auch in diesem Fall wahrscheinlich wieder völlig falsch dargestellt sehen, aber ein ordentlicher Versuch, sich der Thematik zu nähern, ist der Artikel allemal, finde ich.

Dienstag, April 08, 2008

Let's go Caps!


In der National Hockey League beginnen bald die Playoffs und die Washington Capitals mit dem deutschen Torwart Olaf Kölzig haben sich zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder dafür qualifiziert.

Dieses Ereignis nahmen die Washingtoner Metal-Heads Darkest Hour zum Anlass, einen "Fight Song" für ihr Lieblingsteam zu schreiben. Zu finden ist das Stück mit dem einfachen, aber voll seinen Zweck erfüllenden Text hier.

Diesen Track sollten sich alle Musikproduzenten anhören, die schon einmal ein schleimiges Lied für irgendeinen Verein geschrieben haben. So muss meiner Meinung nach Musik klingen, die das Publikum anheizen und richtig Stimmung machen soll!

Donnerstag, April 03, 2008

DSF spielt beleidigte Leberwurst.

Das DSF will keine Montagsspiele mehr am Hamburger Millerntor, berichtet das Hamburger Abendblatt.

Der Grund: In der Vergangenheit hatten sich beim vom DSF übertragenen Spielen St.-Pauli-Fans lautstark und mit Plakaten gegen die bei einigen Anhängern unbeliebten Montagabend-Termine ausgesprochen. Unter anderem wurde wohl "Scheiß DSF" gerufen und Plakate mit demselben Slogan hochgehalten.

Nun ist das DSF sauer und entzieht dem Kiez-Club bis auf Weiteres die lukrativen Montagsspiele. Pro nicht gezeigtem Live-Spiel gehen dem FC St. Pauli nach eigenen Angaben rund 100.000 Euro flöten.

Sieg für die Protestfans, herber finanzieller Schlag für den Verein - da kann man drüber streiten, was mehr Gewicht hat.

Sonntag, März 23, 2008

Schone deine Stimme.

Aus aktuellem Anlass (Werder hat heute in Bielefeld gespielt) habe ich mich gerade an ein witziges Filmchen erinnert, dass vor einer Weile in der Sportschau gezeigt wurde. Der sehr kurze Streifen wurde zum 500. Bundesligaspiel der Arminia produziert und ist ursprünglich über "Halbvier TV" auf der Arminen-Seite zu sehen gewesen. Ich finde den Clip auf jeden Fall sehr gelungen. Wer ihn noch nicht gesehen hat:

Mittwoch, November 14, 2007

Fans an die Macht.

Ich habe momentan gaaanz wenig Zeit für das Blog, was Stammleser sicher schon an der extremen Veröffentlichungsarmut in den letzten Tagen gemerkt haben.

Aufgrund akuten Zeitmangels gibt's nun zwar eine neue Geschichte, diese aber lediglich per Verweis auf allesaussersport.

In England haben mehrer Tausen Fußballfans Geld gesammelt und damit einen Club der fünften Liga übernommen. Sie bestimmen jetzt per Votum die Zusammensetzung des Kaders und Neuverpflichtungen. Interessantes Konzept, dessen weitere Entwicklung sich lohnt, verfolgt zu werden.

Samstag, Oktober 13, 2007

"Danke an Oma und Otto"

Heute mal ein Eintrag in eigener Sache:

Vorhin ist mein Werder-Glaubensbekenntnis auf Spiegel Online veröffentlicht worden. Würde mich freuen, wenn ihr ein paar Minütchen finden könntet, mal vorbeizusurfen.

Dienstag, September 18, 2007

Ein toller Verein braucht einen tollen Song.

Geistert zwar schon eine Weile durch die Blogosphäre, aber vielleicht gibt es ja den einen oder die andere, die es noch nicht gesehen haben:



"FC Bayern - Stern des Südens", "Forever Number One" und wie die Rekordmeistersongs alle heißen - so geil ihr auch seid, ihr könnt einpacken und zwar für immer!

Hoffentlich kommt kein Werder-Fan auf die Idee, für seinen Verein ein neues "Lied" zu schreiben...

Mittwoch, August 01, 2007

Werder und der Digital Divide

Glaubt man der Ankündigung des SVW aus dem Newsletter vom 1. August 2007, dann wird der Ticketkauf in Zukunft deutlich leichter als vor zwei Wochen, als die Heimspielkarten für Bayern und Frankfurt an die Fans verkauft wurden.

Das wichtigste in Kürze: Es bleiben die vier kommenden Heimspiele im Verkauf, maximal können fünf Karten pro Haushalt ergattert werden. Das Verfahren jedoch verändert sich:

In der ersten Woche können die Karten nur über das Internet vorbestellt werden. Alle Bestellungen aus den ersten drei Tagen gelten als gleichberechtigt. Sollten nach drei Tagen bereits mehr Kartenwünsche als Plätze vorliegen, werden die Karten im Losverfahren verkauft. Alles was ab dem vierten Tag eingeht, wird der Reihenfolge nach bearbeitet. Erst wenn nach der ersten Woche noch Karten übrig sein sollten, ist es möglich, Tickets über Telefon und Ticketcenter zu bestellen.

Die Vorteile laut Werder sind, dass man drei Tage Zeit hat, die Bestellung abzugeben und nicht mehr stundenlang Schlange stehen muss. Das sehe ich auch als Vorteil an, aber: Irgendwie kann ich mir vorstellen, dass sich das Publikum dadurch ein wenig verschieben kann. Sollten bereits in den ersten drei Tagen - wie beim Verkauf der Bayern-Karten - Tausende Kartenwünsche vorliegen, spielt Kollege Zufall eine große Rolle. Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag die Leute lieber im Stadion sehen, die sich auch mal gerne stundenlang aus Passion vor den Verkaufsstellen ausharren.

Weiter lobt der SVW den Vorteil, dass nun jeder die gleichen Chancen hat, Tickets zu bekommen, egal wo er wohnt. In Deutschland sind 40 (ARD-ZDF Onlinestudie 2007) von 88 Millionen Menschen online - gerade in der "ländlichen" Umgebung Bremens sind aber - das weiß ich aus eigener Erfahrung - viele grün-weiß brennende Anhänger noch nicht online, und werden es aus verschiedenen soziostrukturellen Gründen auch nicht in Zukunft nicht sein.

Die Tickets werden bei diesem Verkaufssystem vollständig personalisiert, damit soll der Schwarzmarkt leichter zu bekämpfen sein. Big Brother...

Das neue Verfahren startet am 6.8.07, wenn die Bundesliga-Heimspiele drei und vier gegen den VfB Stuttgart und gegen Arminia Bielefeld in den Verkauf gehen.

Alles in allem macht die Umstellung bestimmt Sinn - die totale Einschränkung auf das Internet in der ersten Woche finde ich jedoch aus oben genannten Gründen etwas irrwitzig.

Samstag, Mai 12, 2007

We already sing before we're winning.

Die Werder-Fans sind bereit, jetzt muss nur noch die Mannschaft in die Puschen kommen. Schon gut drei Stunden vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Frankfurt haben ein paar Handvoll der ganz treuen Anhänger von Grün-Weiß auf dem Bremer Marktplatz bei teils strömendem Regen die Stimmbänder zum Schwingen gebracht.

Ein paar Frankfurter waren auch da, konnten aber in Sachen Lautstärke nicht ganz mithalten und haben schnell wieder aufgegeben. Erster Sieg für Werder, der zweite, dann "richtige" kommt hoffentlich auch noch.

Hier ein paar bewegte Bilder. Eine gute halbe Stunde danach könnte man die wohl "zeitversetzt live" nennen ;-)

Donnerstag, April 12, 2007

Auf Erfolgsfans verzichte ich gerne.

Heute möchte ich gerne ein paar Worte zum nervigen Phänomen "Erfolgsfans" loswerden. Als Anlass dient mir hierbei die Meldung von werder.de, dass für das entscheidende Viertelfinalrückspiel gegen Alkmaar heute Abend noch tausende Karten zu haben sind. Auf den ersten Blick eine ganz normale Meldung, auf den zweiten Blick zumindest hinsichtlich der Fans beschämend und enttäuschend. Gegen Amsterdam und Vigo war das Weserstadion noch pickepackevoll, heute werden wohl einige Sitze leer bleiben. Und das in einem so wichtigen Spiel!

Sind einige Bremer Zuschauer (viele davon Dauerkartenbesitzer, die ihr Vorkaufsrecht nicht in Anspruch genommen haben) in den letzten Jahren so verwöhnt und regelrecht verdorben worden, dass ihnen zwei Nullnulls hintereinander in Cottbus und Alkmaar und ein zugegeben ebenfalls etwas krampfiger 1:0-Sieg gegen Nürnberg schon den Spaß am Besuch eines Werder-Heimspiels nehmen? Ich befürchte, die Antwort lautet ja und das ist wirklich traurig.

Wenn ich recht überlege, kann man diejenigen, die jetzt wegbleiben, nicht einmal Erfolgsfans nennen, denn der Erfolg ist ja sogar da. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Menschen mit ihren furchtbar hohen Ansprüchen mal wieder ein Stück weit auf den Boden zurückkommen und sich bewusst machen, was sie in den letzten Jahren für ein Glück hatten und dass ein Fan seine Mannschaft auch in (ich traue mich eigentlich gar nicht, das angesichts des zweiten Platzes in der Bundesliga und einer möglichen Halbfinalteilnahme im UEFA-Cup zu schreiben) weniger schönen Zeiten unterstützen und etwas geben muss und nicht immer nur nehmen kann. Das klingt jetzt vielleicht etwas pathetisch, aber so ist es nun mal.

Donnerstag, April 05, 2007

Fanprotest in Bremen.

Die "aktiven Gruppen der Fanszene Bremen", wie sie sich in einer Presseerklärung selbst nennen, wollen am Sonntag die Ostkurve des Weserstadions erst 20 Minuten nach Anpfiff des Spiels gegen Nürnberg betreten. Dieses Verweigern der Unterstützung der eigenen Mannschaft zu Beginn der Partie soll als Protest dagegen verstanden werden, dass Werder den Fans kürzlich verboten hat, Choreographien durchzuführen, die die Zuschauer in den VIP-Logen zwischen Unter- und Oberrang der Kurve beim Fußballgucken behindern.

Wohlgemerkt: Es geht hier um Aktionen, die vor dem Spiel beim Einlaufen der Mannschaften stattfinden und bis zum Anpfiff meist vorbei sind. Die Very Important People auf den teuren Plätzen verpassen also nix vom Gekicke und alles andere können sie immer noch auf mehreren Bildschirmen in ihrem kleinen Stadionwohnzimmer sehen. Wer sich da tatsächlich bei Werder über den *Ironiemodus an* niederen Pöbel und das Gesocks mit den großen Fahnen *Ironiemodus aus* beschwert, der sollte sich mal fragen, wo die tolle Stimmung und "Eventatmosphäre", wegen der sich aktuelle und - wohl noch wichtiger - zukünftige Geschäftspartner ins Stadion locken lassen. Die Antwort dürfte wenig überraschend ausfallen...

So enttäuscht man von den reichen Fans sein kann - noch trauriger ist die Reaktion aus der gürn-weißen Ecke, sofort zu reagieren und die Fans einzuschränken. Auch wenn Werder hier meint, es sei doch alles halb so wild und die Fans sollten sich mal wieder einkriegen - ich finde den Protest richtig. Vielleicht ist er etwas übertrieben, aber wenn es eine weniger Aufsehen erregende Aktion gäbe, dann würde die eben genau das tun - weniger Aufsehen erregen.