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Samstag, Juni 21, 2008

Die Super-Minimalisten vom Bosporus.

Auch heute, rund 19 Stunden nach dem Spiel Kroatien gegen die Türkei, kann ich es kaum fassen, dass die Türken es nach dem Spielverlauf tatsächlich noch ins EM-Halbfinale geschafft haben.

Das Verrückte daran: Sie lagen im ganzen Turnier in bisher vier Begegnungen und (inklusive Verlängerung gestern) 390 Spielminuten genau zwei Kleine-Zeiger-Umdrehungen lang in Führung. Eine unglaublich Zahl und ohne jetzt genaue Recherche betrieben zu haben würde ich behaupten, dass es so etwas noch nie gegeben hat.

Zum Vergleich: Deutschland, bisher einzige andere Mannschaft, die sich fürs Halbfinale qualifiziert hat, hatte in seinen vier EM-Partien insgesamt 179 Minuten lang mindestens ein Tor mehr als der Gegner.

[via]

Dienstag, Juni 10, 2008

Unterdurchschnittliche EM.

Da soll er eigentlich rein, der Ball - allzu oft hat das bei der laufenden Europameisterschaft allerdings noch nicht geklappt. Nach sechs Spielen und so statistisch gesehen etwa einem Fünftel der Euro 2008 zeichnet sich langsam und leicht bedrohlich ab, was viele Fußballfachleute vor dem Tunier vermutet, um nicht zu sagen befürchtet, hatten: Es wird wenig Treffer geben bei der EM, viele Teams werden die Defensivarbeit ganz oben auf die Prioritätenliste packen.

Ich war etwas - und mit etwas meine ich viel - optimistischer und hatte in einem Tippspiel, wo nach der Gesamtzahl der Tore gefragt wurde, 97 prophezeit. Okay, vielleicht ein wenig tollkühn bei einer Zahl von 31 Spielen, aber schön wär's gewesen.

Nun sind in den ersten sechs Partien der Euro gerade einmal neun Tore gefallen, macht im Schnitt 1,5 Treffer pro Spiel. Es mag noch zu früh für eine aussagekräftige Hochrechnung sein, ich wage es dennoch. Nach jetzigem Stand werden es nach dem Finale aufgerundet 47 Tore bei der gesamten EM sein.

Hoffentlich stimmt diese Zahl hinten und vorne nicht, sonst wäre es die mit Abstand torärmste EM-Endrunde, seitdem mit 16 Mannschaften gespielt wird. Woher ich das so genau weiß? Ich habe mir die Mühe gemacht, die Turniere `96, `00 und `04 durchzugehen und meinen Taschenrechner rauszukramen.

1996 gab's zum ersten Mal vier Gruppen à vier Nationen. Damals in England war in den Tornetzen ähnlich wenig los wie in diesem Sommer bislang, lediglich 62 Mal (genau zwei Tore pro Spiel, Elfmeterschießen wie bei anderen Jahren nicht miteinbezogen) trafen die Teams ins Schwarze.

Verglichen damit gab's im Jahr 2000 in den Niederlanden und Belgien eine wahre Torflut. 84 Mal konnten die Reporter den Torschrei auspacken, das sind starke 2,7 Treffer pro Partie.

2004 sah Portugal dann wieder etwas weniger Treffer: 77 Tore gab's bei der dortigen EM, pro 90 bzw. 120 Minuten zappelte die Pille 2,5 Mal im Netz.

Sollten wir nun einen richtig schlechten Minusrekord erleben? Und das, obwohl sogar die Italiener ihren Defensivsafe aufschließen und sich gleich drei Stück einschenken lassen, was ihnen sonst fürs ganze Turnier reicht? Ich hoffe, dieser Blogeintrag rüttelt die Aktiven bei der EM ein wenig auf und hilft so ein bisschen mit, den Zuschauern öfter das zu geben, weshalb sie im Stadion oder vor dem Fernseher sitzen. Auf mehr Null-zu-Nulls der Marke Rumänien gegen Frankreich hab ich zumindest keinen Bock.

Morgen voraussichtlich an dieser Stelle: Das erste EM-Team-Ranking, nachdem sich alle Mannschaften einmal präsentieren konnten.

Montag, Juni 02, 2008

Spielzeug für Statistikfreaks.

Jedes einzelne Spiel der EM wird im Fernsehen und auf geschätzten 17 Millionen Internetseiten genauestens analysiert und geradezu obduziert werden. Es soll aber Leute geben, denen selbst diese Flut von Informationen, die man schon bekommt, ohne sich groß einzulesen, vorne und hinten nicht reicht.

Für all die bietet die Firma Castrol, sonst eher für Schmierstoffe als für ausgeprägtes Fußballwissen bekannt, einen gelungenen Service an. Per "Castrol Performance Index" kann man sich während der EM-Spiele jederzeit auf dem Laufenden halten, was zurückgelegte Wegstrecke, bevorzugte Aufenthaltsorte auf dem Spielfeld et cetera jedes einzelnen Spielers angeht. Ballbesitz, Torschüsse und den anderen üblichen Kram wertet das System natürlich ebenfalls aus.

Unterm Strich bekommt man auf der Seite viel mehr Infos als man braucht, hatte aber noch nie so viele Möglichkeiten, seine Forderungen, warum dieser und Spieler auflaufen und jener Kollege draußen bleiben sollte, zu untermauern als jemals zuvor.

Wer den "Castrol Performance Index" mal testen will, kann sich hier als Beispiel die Statistiken des Freundschaftsspiels Schweiz gegen Deutschland angucken.

Sonntag, Mai 11, 2008

Zahl des Tages.

20. So viele verschiedene Torschützen hatte Werder Bremen in dieser Saison. Das ist ein neuer Bundesligarekord, der in Zukunft wohl ähnlich schwer zu knacken sein wird wie die 40-Buden-Rekordmarke von Gerd Müller.

Ich konnte es kaum glauben, als ich die Zahl gehört habe, und habe gleich mal geprüft, ob sich da auch keiner verzählt hat. Hier zum Beweis die komplette Liste (bei Spielern, die mehrfach getroffen haben, steht in Klammern die Zahl der Tore):

1. Diego (13)
2. Sanogo (9)
3. Harnik
4. Pasanen (2)
5. Almeida (11)
6. Niemeyer
7. Mertesacker
8. Rosenberg (13)
9. Jensen (2)
10. Andreasen (2)
11. Naldo (3)
12. Mosquera
13. Baumann
14. Klasnic (7)
15. Fritz
16. Boenisch
17. Borowski (2)
18. Frings
19. Özil
20. Hunt